Saftfasten selbstgemacht – Vitaminreiche Detox-Kur

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Der Begriff ‘Detox’ boomt seit einigen Jahren und der Wunsch nach einer gezielten Entgiftung von Körper und Seele geht in die nächste Runde. Entsprechend gibt es mittlerweile zahlreiche Smoothies, Tees und Säfte, die dank der Aufschrift ‘Detox’ zu wahren Kassenschlagern aufgestiegen sind. Wer sich frisch gemixte Obst- und Gemüsesäfte für eine Detox-Kur per Abo nach Hause liefern lässt, wird allerdings schnell ein kleines Vermögen los. Da stellt sich die Frage, ob sich diese Vitamin-Shakes nicht alternativ in der eigenen Küche zubereiten lassen. Folgender Beitrag geht auf diese Frage und den Sinn des ‘detoxen’ ein und nennt köstliche Rezept-Vorschläge.


Entgiften aus medizinischer Sicht – Leber, Niere & Darm

Den Begriff Schlacken, der im Zusammenhang mit ‘Detox’ immer wieder fällt, gibt es aus schulmedizinischer Sicht nicht. Ursprünglich entstanden ist diese Bezeichnung im industriellen Bereich als Rückstände aus Verbrennungsvorgängen. Die Schlacken setzen sich an den Innenwänden der Hochöfen fest und müssen – für eine uneingeschränkte Funktion – entfernt werden. Dieser Mechanismus ist allerdings nicht in dieser Form auf den Stoffwechsel unseres Körpers zu übertragen. Bei einer reibungslosen Funktion der Entgiftungsorgane Leber und Nieren werden unerwünschte Stoffwechselprodukte vollständig entgiftet und ausgeschieden. Allerdings kann die vermehrte Aufnahme von beispielsweise toxischen Metallen (wie Quecksilber oder Aluminium) zu schlackenähnlichen Ablagerungen im Gewebe führen.

Wir empfehlen Selen in der Kombination Selenmethionin und Natriumselenit:

Selen-Selenmethionin-Natriumselenit

Im gesunden Zustand kann die Leber dem Blut toxische Substanzen wie Alkohol und schädliche Abbauprodukte oder sonstige Schadstoffe aus der Nahrung entziehen. Gleichzeitig produziert sie die Gallflüssigkeit für die Verdauungsfunktion. Dabei wandelt die Leber die schädlichen Stoffe nach Möglichkeit um und leitet sie aus dem Körper über den Darm aus. Die Niere als ‘Filterspezialist’ befreit das Blut ebenfalls von Abfallprodukten und schädlichen Substanzen und schleust es per Urin aus dem Körper heraus. Auch der Darm ist in die Abwehr von Toxinen involviert und alarmiert das Gehirn, sobald Giftstoffe auftauchen. Somit ist das körpereigene Trio eines gesunden Organismus normalerweise in der Lage, sich selbst von unerwünschten Stoffen zu befreien.


Ist eine Detox-Kur wie das Saftfasten damit überflüssig?

Obwohl der schulmedizinische Ansatz verdeutlicht, dass sich der Körper selbst entgiftet, kann eine Saftkur durchaus positive gesundheitliche Effekte induzieren. Insbesondere der Darm profitiert von einer Auszeit ohne feste Nahrung, da er täglich Höchstarbeit leistet. Zusätzlich versorgen frisch gepresste Säfte den Körper mit zahlreichen Mikronährstoffen wie Vitaminen, Antioxidantien bzw. sekundären Pflanzenstoffen, Spurenelementen und Mineralstoffen. Darüber hinaus wird Heilfasten bzw. Saftfasten im Original nach Buchinger immer wieder mit positiven Effekten auf unsere Gesundheit und das Wohlbefinden assoziiert.


Linderung von Allergien und chronischen Erkrankungen

Insbesondere chronische Beschwerden wie Allergien und stressinduzierte Erkrankungen können sanft gelindert werden und viele Personen schwören auf das vitalisierte und ‘gereinigte’ Gefühl im Anschluss ans Saftfasten. Letzteres bezieht sich sowohl auf das physische als auch das psychische Empfinden, wenn körperlicher und mentaler Ballast abgeworfen wird. Dadurch können Impulse entfachen, um das eigene (Ernährungs-) Verhalten zu reflektieren und neue Wege einzuschlagen. Studien belegen darüber hinaus, dass auch entzündliche Prozesse – wie bei Asthma Bronchiale oder Rheuma – in den Zellen gestoppt werden können. Saftfasten kann auch zur Reduktion eines zu hohen Blutdruckes sinnvoll sein. Personen mit Erkrankungen – und gegebenenfalls einer zusätzlichen Medikation – sollten zunächst ihren Arzt befragen, inwieweit eine Saftfastenkur sinnvoll ist.

Sollte jedoch eine nachgewiesene erhöhte Schwermetallbelastung vorliegen, sind spezielle Substanzen wie Chelatbildner oder spezielle Pflanzenpräparate (wie Bärlauch, Koriander und Chlorella-Algen) notwendig, um sich von diesen zu befreien. Wenden Sie sich hierzu bitte an einen erfahrenen ganzheitlichen Arzt oder Heilpraktiker, der Sie bei einer solchen Entgiftungskur unterstützt. –>> Lesen Sie mehr zum Thema Entgiften


Überschüssiges Gewebewasser durch Saftfasten loswerden

Neben einer Entlastung der Entgiftungsorgane kann Saftfasten beim Entwässern helfen. So kann sich beispielsweise als Folge einer salz- und zuckerreichen Ernährung überschüssiges Gewebewasser bildet. Denn Salz und Zucker können Wasser zwischen den Zellen binden. Auch im Rahmen hormoneller Veränderungen – wie bei einer Schwangerschaft oder beim prämenstruellen Syndrom – kann es zu partiellen Schwellungen kommen. Um die Wassereinlagerungen an Knöcheln, in den Beinen oder im Gesicht aus dem Körper zu schleusen, kann Saftfasten eine effektive Maßnahme sein.


Geeignete Säfte & Tees zum Entwässern

Der Wirkmechanismus des entwässernden Saftfasten kann unterstützt werden, wenn zuckerarme sowie kaliumreiche Obst- und Gemüsesorten ausgewählt werden. Diesbezüglich sind Sellerie, Spargel, Fenchel, Tomaten, Aprikosen oder Beeren zu nennen. Um die Ausscheidung von Gewebewasser zu intensivieren, haben sich neben kaliumreichen Säften auch Aufgüsse aus Brennnesseln, Löwenzahn, Schachtelhalm oder Birkenblättern bewährt. Letztere sind im Rahmen einer Birkenpollenallergie tabu. Während Brennnesseln und Birkenblätter ihre harntreibende Wirkung über Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe) entfalten, besitzt Löwenzahn entwässernde Bitterstoffe. Insbesondere bei Harnwegsinfektionen können diese Kräuter-Zubereitungen sanft – über eine Durchspülung der Nieren – Abhilfe schaffen und Bakterien mit Hilfe von Detox-Tees herausspülen. Entweder mehrmals täglich einen frischen Tee überbrühen oder morgens eine ganze Kanne kochen.


Welche Säfte sind im Rahmen einer Saftkur geeignet?

Wer eine eigene Saftpresse besitzt, kann sich aus saisonalem Obst und Gemüse sowie Kräutern seinen eigenen Saft frisch – am besten aus Bio-Ware – pressen. Als Alternative können Vitamin C-reiche Orangen, Zitronen, Mandarinen oder Grapefruits – mithilfe einer Saftpresse – ausgepresst werden. Fällt die Wahl auf Grapefruitsaft sollte unbedingt beachtet werden, dass es zu Wechselwirkungen mit Medikamenten kommen kann. Frisch gepresster Zitrussaft kann mit Direktsaft aus Obst und Gemüse aus ökologischer Herstellung ergänzt werden. Im Gegensatz zu herkömmlichem Saft handelt es sich dabei nicht um ein rückverdünntes Konzentrat sondern um frisch ausgepresstes Obst und Gemüse.


Anleitung Saftfasten – Das Original nach Buchinger

Im Rahmen der traditionellen Methode werden morgens und nachmittags jeweils ein Viertel Liter – leicht mit Honig gesüßter – Kräutertee getrunken. Mittags werden 250 Milliliter Saft serviert. Am Abend gibt es eine Portion Gemüsebrühe. Zusätzlich wird mindestens zwei Liter Flüssigkeit – in Form von Wasser oder ungesüßtem Tee – aufgenommen. Darüber hinaus sind eine moderate körperliche Aktivität – am besten an der frischen Luft – und bei Bedarf individuell zusammen gestellte Entspannungstechniken sinnvoll.


Moderne Varianten des Klassikers – Saftfasten individuell & facettenreich

Bevor es ans Saftfasten geht, sollte jeder für sich verinnerlichen, warum er eine Zeit auf feste Nahrung verzichten möchte und – im wahrsten Sinnes des Wortes – auf sein Bauchgefühl hören. Steht das Entwässern im Vordergrund, sind kaliumreiche sowie zuckerarme Säfte sowie Tee auf Basis von Brennnesseln, Löwenzahn und Co. die richtige Wahl. Als Zutaten für eine entwässernde Brühe eignen sich Spargel, Fenchel oder Sellerie. Um den harntreibenden Effekt nicht zu stören, am besten auf Salz verzichten und die Gemüsebrühe mit natürlichen Aromaten wie Ingwer, Knoblauch, Zwiebel und Gewürzen sowie Kräutern würzen.

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Ausreichend Wasser und Tee trinken, milchsaure Säfte gut für Darmflora

Wichtig ist in jedem Fall, zusätzlich zu den Säften ausreichend Wasser oder ungesüßten Kräutertee zu trinken. Moderne Varianten orientieren sich an einer Kalorienzufuhr von ungefähr 500 Kilokalorien durch Säfte, wobei es keine starren Vorgaben gibt. Häufig wird ein Saftfasten-Modus von einer Woche empfohlen, wobei die Phase dem individuellen Wohlbefinden angepasst werden kann. Als Mittagsmahlzeit eignet sich auch eine frisch gekochte Gemüsebrühe oder ein Gemüsesaft, der auf Wunsch erhitzt werden kann. Zusätze wie Ingwer oder Chili wirken zusätzlich wärmend. Milchsauer vergorene Säfte auf Basis von Roter Bete, Tomate, Sellerie und Co. haben den Vorteil, dass sie sich positiv auf die Darmflora auswirken können. Aufgrund der zugeführten Milchsäure kann das Immunsystem – bei einem regelmäßigen Genuss – auf natürliche Weise gestärkt werden. Dieser Aspekt ist inbesondere für Veganer bedeutsam, die bewusst auf Milchprodukte verzichten möchten. Milchsauer vergorene Säfte sollten allerdings nicht erhitzt werden.


Ist Saftfasten zum Abnehmen geeignet?

Zur Gewichtsreduktion ist das Fasten eher ungeeignet. Im Rahmen eines Abnehmwunsches ist nach wissenschaftlichem Stand das Intervallfasten die bessere Wahl. Dabei wird die regelmäßige Nahrungskarenz immer wieder von Essphasen durchbrochen. Dadurch kann unter anderem der ungeliebte Jo-Jo-Effekt verhindert werden. Wer im Rahmen der Saftfastenkur dennoch abnehmen möchte, sollte nur morgens, mittags und abends eine Saftportion genießen und dazwischen kalorienfreie Flüssigkeit aufnehmen. Dadurch kann der Stoffwechsel auf Fettabbau gepolt werden, da die Insulinausschüttung nicht stimuliert wird.


Säfte versus Smoothies

Während die klassische Saftkur nur aus flüssigen Zutaten besteht, liefern Smoothies auch feste Bestandteile. Wer seinen Darm entlasten und in den richtigen Fastenmodus kommen möchte, sollte sich für Säfte entscheiden. Ein weiterer Vorteil der Flüssigkost: durch die festen Nahrungsbestandteile wird die Verdauungsfunktion aktiviert und es kann leichter zu einem Hungergefühl kommen. Somit fällt vielen Personen der komplette Verzicht auf feste Nahrung leichter. Andere profitieren wiederum gerade von den Ballaststoffen der Smoothies, die in Kombination mit der Flüssigkeit aufquellen und intensiv sättigen. Zusätzlich vermögen Ballaststoffe Schadstoffe und Cholesterin zu binden, sodass sie entsprechend entgiftende Effekte entfalten.


Fazit

Eine selbstgemachte Saftfasten-Kur kann dazu beitragen, physischen und mentalen Ballast abzuwerfen, Ernährungsgewohnheiten zu reflektieren und neue Energien freizusetzen. Zum Abnehmen ist der nährstoffreiche Saftgenuss allerdings eher ungeeignet. Selbst gepresste Säfte aus saisonalen Zutaten – oder hochwertige Direktsäfte – machen kostspielige ‘Detox-Säfte’ überflüssig. Um die Verdauungsfunktion und ein gesundes Immunsystem zu unterstützen, sind milchsauer vergorene Gemüsesäfte empfehlenswert.

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