Grüner Tee – Facettenreicher Genuss von Gunpowder bis Matcha

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Obwohl Kaffee nach wie vor das beliebteste Heißgetränk ist, bekennen sich immer mehr Feinschmecker als Teeliebhaber. Gleiches gilt für gesundheitsbewusste Verbraucher. Wenn es um die positiven Effekte der getrockneten Teeblätter geht, liegt grüner Tee weit vorne. Im Gegensatz zu schwarzem Tee, werden die Blätter nicht fermentiert, stammen aber von der gleichen Teepflanze. Im Vergleich mit Kaffee punktet Tee mit einer aktivierenden Wirkung, ohne das Stresszentrum zu involvieren. Gerne wird der Genuss von schwarzen oder grünen Teeblättern mit Vorliebe in aller Ruhe zelebriert. Folgender Beitrag nennt die beliebtesten Sorten sowie Inhaltstoffe und gibt Tipps und Tricks, damit eine mögliche Schadstoffbelastung nicht zum Risiko wird.


Beliebte Grünteesorten im Überblick – Sencha, Jasmintee & Co.

Während in Indien und Sri Lanka hauptsächlich schwarzer Tee angebaut wird, stammen die meisten Grünteesorten aus China oder Japan. Das charakteristische Aroma basiert auf den einzelnen Anbaugebieten samt Wetterverhältnissen und Bodenbeschaffenheit. Zusätzlich spielen auch die Weiterverarbeitung, die Lagerung und der Transport eine Rolle. Beim Kauf des beliebten Senchas gilt ein dunkles Grün als Qualitätsmerkmal. In Abhängigkeit der Region schmecken japanische Sorten leicht und duftig frisch. Aus ernährungsphysiologischer Sicht besitzen sie einen höheren Gehalt an Antioxidantien als chinesischer Sencha, dessen Aroma an Heu erinnern soll. Chinesischer Jasmintee verdankt seine blumigen, zart duftenden Nuancen frischen Jasminblüten, die den zuvor gerösteten Blätter untergehoben werden.

Auch wenn Gunpowder nicht zu den häufigsten getrunkenen Teesorten gehört, schwören Kenner auf den herben Geschmack. Der Name basiert auf den charakteristisch fest gerollten, gelbstichigen Teeblättern, die beim Aufgießen auseinander gehen. Für einen etwas milderen Geschmack, den Gunpowder mehrmals aufgießen. Während grüner, fruchtiger Darjeeling von den Südhängen des Himalajas zu den besten Tees der Welt zählt, stammt Oolong Tee aus China oder Taiwan. Letzterer schmeckt leicht malzig und wurde anfermentiert. Grüner Assam wird wiederum in den Hochebenen in Nordindien angebaut und verdankt seine frischen, feinherben Nuancen der Ernte im Frühjahr.


Matcha – Der Star japanischer Teezeremonien
 

In Japan bildet grün leuchtender Matcha den Mittelpunkt von Teezeremonien. Die Grundlage ist der Grüntee Tencha, deren Blattfleisch (Teeblätter ohne Adern) zermahlen wird. Vergleicht man ihn mit anderen Grünteesorten, unterscheidet er sich insbesondere durch seine feinpulverige Konsistenz. Für die intensiven Nuancen auf Basis von Clorophyll sorgen die Teebauern, welche die Teepflanzen für zwei bis vier Wochen beschatten. Neben einer Extraportion dieses antioxidativ wirksamen sekundären Pflanzenstoffes bilden sich dabei auch charakteristische Aromastoffe.

Während eine hohe Qualitätsstufe vor allem für die dickflüssige Variante à la Koicha verwendet wird, kommen günstigere Produkte für dünnflüssigere Zubereitungen in Frage. Gleiches gilt zum Verfeinern von Eis, Smoothie, Joghurts oder Schokolade. Um das Aroma und die Inhaltsstoffe möglichst lange zu erhalten, sollte Matcha luftdicht verpackt im Kühlschrank aufbewahrt werden.

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Ein kritischer Blick auf den Matcha-Genuss

Während einige Feinschmecker die herben Nuancen des Matchas und gesundheitsbewusste Personen die Extraportion an Antioxidantien loben, wird auch Kritik laut. Bezüglich des für vielen zu bitteren Geschmacks lässt sich entgegen setzen, dass hochwertige Produkte ein nahezu mildes, liebliches Aroma entwickeln. Wird allerdings zu heißes Wasser verwendet, erinnert der Geschmack eher an Algen. Inwiefern der Preis von bis zu 50 Euro pro kleiner Dose à 30 Gramm allerdings gerechtfertigt ist, bleibt fraglich. Auf der anderen Seite benötigt man für eine Tasse auch nur eine kleine Portion und meistens handelt es sich bei den hochpreisen Matchas um Bio-Qualität aus Japan. Von günstigen Pendants aus China ist abzuraten, da sich hier nicht selten Pestizide und Co. tummeln. Auch das Aroma und die eher graue Farbe haben mit dem japanischen Original nur wenig gemeinsam.


Grüner Tee – Ist das Heißgetränk ein Superfood?

Aufgrund seines hohen Gehaltes an sekundären Pflanzenstoffen bzw. Antioxidantien, die zellschützend wirken, gilt Grüntee als Lebensmittel mit positiven Effekten. In diesem Zusammenhang sind Catechine, Polyphenole und allen voran das Epigallocatechingallat (EGCG) zu nennen. Diesbezüglich besitzt Matcha ein vergleichsweise hohes gesundheitliches Potential, da aufgrund des Auflösens in Wasser mehr sekundäre Pflanzenstoffe aufgenommen werden. Gleiches gilt für den Gehalt an Vitaminen. Um auf Nummer sicher zu gehen, ist es sinnvoll, eine japanische Sorte aus ökologischer Produktion zu favorisieren. Natürlich kommt es auf einen regelmäßigen Genuss – in Kombination mit einer ganzheitlich gesunden Ernährung an. Ein Lebensmittel allein kann bekanntlich keine Wunder bewirken.


Exkurs Epigallocatechingallat – EGCG im Grüntee

Schaut man sich die aktuelle Studienlage an, ist die präventive Wirkung von EGCG auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und auf das Schlaganfallrisiko gut belegt. Zusätzlich lassen auch Untersuchungen zur Verhinderung von Amyloidablagerungen (unlösliche, risikoreiche Ablagerungen) Grund zur Hoffnung zu. Darüber hinaus wird das EGCG mit folgenden gesundheitlichen Effekten assoziiert: ein günstiger Einfluss auf Endometriose (Wucherung der Gebärmutterschleimhaut), Unterstützung des Immunsystems gegenüber Viren und eine Schutzfunktion vor Arteriosklerose über eine erhöhte Elastizität der Blutgefäße. Gleiches gilt für einen möglicherweise präventiven Schutz vor Tumorerkrankungen. Darüber hinaus wird auch ein positiver Einfluss auf den Verlauf von Krebs, Alzheimer und Parkinson diskutiert. Nicht zuletzt wird Grüntee – insbesondere EGCG-reicher Matcha – mit einer Stressreduktion in Folge einer Cortisolfreisetzung in Verbindung gebracht.


Schadstoffbelastung in grünem Tee

Stiftung Warentest untersuchte 2015 25 grüne Tees und stellte fest, dass kein getestetes Produkt frei von Schadstoffen war. Einige Tees waren sogar stark belastet. Ähnliche Ergebnisse liefert auch Untersuchen von schwarzem Tee bereits ein Jahr zuvor. Die fünf Grüntees, die von Stiftung Warentest als überzeugend eingestuft wurden, waren bis auf eine Ausnahme in Bio-Qualität. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung besteht für Personen, die nur gelegentlich grünen Tee trinken, keine Gefahr. Hochbelastete Tees könnten erst dann zu einem möglichen gesundheitlichen Risiko werden, wenn sie über einen langen Zeitraum getrunken werden. Wer häufig Grüntee trinkt, sollte entsprechend regelmäßig aktuelle Tests einsehen.


Teegenuss – Tierisches Protein hemmt die Schutzwirkung

Um die antioxidativen bzw. gefäßschützenden Effekte von Grüntee voll auszunutzen, sollte Tee nicht mit Milch kombiniert werden. Da tierische Proteine die positiven Effekte – über eine Bindung der Catechine (Polyphenole) – reduzieren, sollte grüner Tee besser pur genossen werden. Dem Herz zuliebe kann Tee allerdings mit einer pflanzlichen Milchalternative genossen werden, da diese keine Wechselwirkung induziert. Gleiches gilt für die Zubereitung von schwarzem Tee, Kakao und Kaffee, deren Schutzwirkung auf Herz- und Kreislauf-Erkrankungen durch Milch reduziert wird. Noch ein Tipp: Da grüner Tee Oxalsäure enthält, sollte zwischen dem Genuss und der Aufnahme von Eisen, Magnesium und Kalzium mindestens eine Stunde liegen. Ansonsten kann die Resorption der Mineralstoffe reduziert sein.


Tipps & Tricks für eine gelungene Teezeit

Bei der Zubereitung von Grüntee hat sich folgende Dosierung und Ziehzeit bewährt: kochendes Wasser zunächst für ca. fünf Minuten ablühlen lassen. Die Wassertemperatur sollte nun bei ungefähr 80 Grad liegen. Die Dosierung richtet sich nach der individuellen Vorliebe und der jeweiligen Teesorte. Als Richtwert gilt ein gestrichener Teelöffel als angemessen. Die Ziehzeit liegt im Mittel bei knapp zwei Minuten. Auf Wunsch kann grüner Tee übrigens mehrmals – mit heißerem Wasser – aufgegossen werden. Für ein optimales Aroma empfiehlt sich weiches Wasser. Hartes Wasser kann entsprechend vor der Verwendung gefiltert werden. Noch ein kulinarischer Tipp: Im Sommer lässt sich aus einem abgekühlten Aufguss auch Eistee zubereiten. Zum fruchtigen Süßen einfach naturtrüben Apfelsaft oder Orangensaft verwenden.

Während herkömmlicher grüner Tee mit heißem Wasser überbrüht wird, löst sich das Matchapulver komplett im heißen Wasser auf. Im Rahmen der japanischen Zeremonie wird der Matcha mit 80 Grad heißem Wasser übergossen und mit einem speziellen Bambusbesen schaumig aufgeschlagen. Moderne Zubereitungsarten nutzen hingegen einen Schneebesen oder einen Milchaufschäumer.

Fazit: Grüner Tee ist ein gesunder, abwechslungsreicher Genuss. Für ein optimales Aroma die Zubereitungsarten berücksichtigen und den Tee in puncto Schutzwirkung besser ohne Milch trinken. Um das Risiko von Schadstoffbelastungen zu minimieren, auf Bio-Qualität achten und regelmäßig aktuelle Testergebnisse abrufen. Und nicht zuletzt Fair Trade-Ware favorisieren, um die Teebauern zu unterstützen.

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