Spurenelemente in Lebensmitteln und therapeutische Dosierung

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Spurenelemente gehören zu den Mikronährstoffen, die der Körper benötigt, ohne dass diese ihm Energie liefern. Dabei wird zwischen essentiellen und nicht-essentiellen Spurenelementen unterschieden.


Spurenelemente im Rahmen der orthomolekularen Medizin

Ist das biochemische Gleichgewicht gestört, können Krankheiten die Folge sein. Verschiedene Mikronährstoffe helfen, dieses Ungleichgewicht zu beheben. Die orthomolekulare Medizin nutzt dazu verschiedene Mikronährstoffe wie Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Die Zufuhr an diesen Stoffen ist bei einer therapeutischen Dosierung oft höher als die allgemein empfohlene Tagesdosis. Liegt eine Mangelversorgung vor, so wird diese Unterversorgung mit einer entsprechend hohen Dosis ausgeglichen. Erst danach kann der Stoffwechsel wieder optimal funktionieren.

Vitalstoffe lassen sich nicht nur vorbeugend anwenden, sondern dienen auch der Heilung. Orthomolekular bedeutet in diesem Fall: die richtige Versorgung mit Nährstoffen. Verschiedene Lebensumstände, schlechte Ernährung, Stress und andere Faktoren können Auslöser einer gestörten Nährstoffversorgung sein. Mikronährstoffe sind für die Gesundheit sehr wichtig und an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt. Fehlt es dem Körper jedoch an einem oder mehreren dieser Stoffe, kommt es irgendwann zu einem Ungleichgewicht. Die Mangelerscheinungen können das Wohlbefinden beeinträchtigen und die Entstehung von Krankheiten begünstigen.


Spurenelemente – ihre notwendige Tagesdosis und therapeutische Dosierung

Eisen

Eisen ist wohl das bekannteste Spurenelement. Vor allem Frauen leiden recht häufig unter Eisenmangel. Wer schon mal seine anhaltende Müdigkeit und Haarausfall mit Hilfe von Eisentabletten verschwinden sah, weiß wie wichtig so ein kleines Spurenelement sein kann. Eisen kommt im Muskeleiweiß, dem roten Blutfarbstoff und in vielen Enzymen vor. Es ist nicht nur für die Bildung von Zellen, sondern auch für den Sauerstofftransport und die Zellatmung lebenswichtig. Der über die Lunge aufgenommene Sauerstoff wird mithilfe von Eisen an das Hämoglobin der roten Blutkörperchen gebunden und so über das Blut im menschlichen Körper verteilt.

In den Mitochondrien der Zellen wird der Sauerstoff dann für die Energiegewinnung genutzt. Auch in den Muskeln wird das Spurenelement gespeichert und zur Sauerstoffversorgung der Muskelzellen genutzt. In vielen Fällen macht sich ein Mangel des Spurenelements durch Antriebslosigkeit und eine abfallende Leistung bemerkbar. In schlimmen Fällen führt Eisenmangel zur Blutarmut (Eisenmangelanämie).

Um einem Eisenmangel vorzubeugen, wird die tägliche Aufnahme von 10,0 bis 15,0 mg Eisen empfohlen. Das Spurenelement kommt in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln vor. Vitamin C kann die Aufnahme von Eisen im Darm verbessern.

100 g Schweineleber liefern dem Körper 18,0 mg Eisen. Kakaopulver enthält 12,0 – 15,0 mg und grünes Blattgemüse wie Spinat 4,1 mg. Auch Hülsenfrüchte, wie zum Beispiel Erbsen mit 5,2 und Linsen mit 7,5 mg dienen als Eisenlieferanten.

Ein Eisenmangel kann verschiedene Gründe haben. Unter anderem gehören eine unausgewogene Ernährung oder Schwermetallvergiftungen dazu. Ein erhöhter Bedarf an Eisen besteht während der Schwangerschaft und in der Wachstumsphase. Während der Menstruation kann es ebenfalls zu einem erhöhten Eisenverlust kommen. Bei der therapeutischen Dosierung kommen 10 – 50 mg Eisen täglich zur Anwendung. Bei einer Unterversorgung mit Eisen ist eine gleichzeitige Einnahme von Vitamin C hilfreich, da dieses wie gesagt die Eisenaufnahme verbessert. Für eine bessere Blutbildung sollte Eisen mit Kupfer, Folsäure und Vitamin B12 kombiniert werden.


Jod

Jod ist vor allem als essentieller Bestandteil der Schilddrüsenhormone bekannt. Zu den aktiven Hormonen der Schilddrüse zählen Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4, auch Tetrajodthyronin). Wobei T3 das deutlich Stoffwechselaktivere ist. Es erhöht den Grundumsatz und kurbelt den gesamten Stoffwechsel an. So kann eine Schilddrüsenüberfunktion zu Überaktivität, innerer Unruhe und sogar Abmagerung führen. Eine Schilddrüsenunterfunktion hingegen geht mit Müdigkeit, Trägheit und meistens Übergewicht einher.

Der empfohlene Tagesbedarf liegt zwischen 100 und 260 µg täglich, wobei insbesondere für Schwangere und Stillende ein höherer Bedarf angegeben wird. Da im sogenannten Voralpenland beziehungsweise in Mitteleuropa die Ackerböden jodarm sind, soll durch jodiertes Speisesalz die Jodversorgung der Bevölkerung gesichert werden. Dies hat zu einem Rückgang der ehemals verbreiteten Jodmangelkröpfe (Struma) geführt. Allerdings geht man davon aus, dass immer noch etwa 1/3 der Bevölkerung unter einem mäßigen Jodmangel leiden.

Jodreiche Lebensmittel sind insbesondere Seefisch und Algen. So kann man mit 100 g Schellfisch (enthält 190 µg Jod) annähernd seinen Tagesbedarf decken. Mit 300 g Kabeljau (rund 200 µg Jod) kann der Erwachsene und mit rund 100 g Fischstäbchen (etwa 175 µg Jod) können Kinder ihre Mindestmenge an Jod aufnehmen. Wer keinen Seefisch verzehrt, muss ganz schön zulangen. So bräuchte es täglich 3 Liter Milch oder fast 1,5 kg Karotten, um auf seine täglichen 200 Mikrogramm zu kommen. Auf der anderen Seite kann man mit 8 g Jodsalz seinen Tagesbedarf decken. Das ist etwa die Durchschnittsmenge Salz, die ein deutscher Bürger täglich verzehrt. Das liegt allerdings über dem allgemein gesunden Maß von 6 g Kochsalz.

In der orthomolekularen Medizin wird das Thema Jod in den letzten Jahren kontrovers diskutiert. Während für einige die maximale therapeutische Dosierung von Jod auf 1 mg (1.000 µg) begrenzt werden sollte, werden in der sogenannten Jodhochdosistherapie bis zu 50 mg täglich verabreicht. Verfechter der hochdosierten Jodgabe berufen sich auf die durchaus wissenschaftliche Erkenntnis, dass auch andere Organe neben der Schilddrüse von einer ausreichenden Jodversorgung abhängig sind. So gibt es Untersuchungen die zeigen konnten, dass die tägliche Jodaufnahme im Milligrammbereich zur Prophylaxe von zum Beispiel Brustkrebs beitragen kann. Interessanterweise sind die Brustkrebsraten im ostasiatischen Raum – wo traditionell sehr viel Seefisch und jodreiche Algen verzehrt werden – deutlich niedriger als in Europa oder den USA.


Kupfer

Das Spurenelement ist an verschiedenen Prozessen im Körper beteiligt und hat eine antioxidative Wirkung. Zusammen mit Eisen aktiviert Kupfer wichtige Enzyme. Es spielt eine Rolle bei der Produktion roter Blutkörperchen und sorgt dafür, dass die Funktion des Nervensystems aufrechterhalten wird. Zudem beeinflusst es die Pigmentierung von Haut und Haaren. Kupfermangel kann zu Pigmentstörungen führen.

Um einem Mangel vorzubeugen, wird die tägliche Aufnahme von 1,0 – 1,5 mg Kupfer pro Tag empfohlen. Nüsse, Getreideprodukte und Krustentiere sind besonders reich an diesem Spurenelement.

Pro 100 g sind Cashew-Kerne mit 3.700,0 µg besonders reich an Kupfer. Haferflocken enthalten 530,0 µg und Roggenvollkornmehl 463,0 µg. Auch Krabben mit 1.100,0 µg und Austern mit 916,0 µg sind wertvolle Kupfer-Lieferanten.

Ein Mangel des Spurenelements, der unter anderem durch einseitige Ernährung oder eine hohe Zink-Zufuhr entstehen kann, hat eine Störung des Kupfer-Haushalts zur Folge. Anzeichen für eine Unterversorgung kann neben Blutarmut und Pigmentstörungen auch ein Gewichtsverlust sein. Die therapeutische Dosierung sieht 2 – 4 mg Kupfer pro Tag vor. Das Spurenelement kann zudem im Körper gebildete Stoffe, welche das Schmerzempfinden regulieren, reduzieren. Eine Unterversorgung kann daher das Schmerzempfinden erhöhen.

Bei der sogenannten Kupfer-Speicherkrankheit Morbus Wilson wird aufgrund einer Stoffwechselstörung vermehrt Kupfer im Körper angereichert. Paradoxerweise können die Kupfer-Blutspiegel auffallend niedrig sein. Zur Differentialdiagnose, ob nun ein Mangel oder eine erhöhte Speicherung vorliegt, sollte der Coeruloplasmin-Spiegel gemessen werden. Im Falle eines Morbus Wilson ist diese Wert im Serum vermindert. Liegt die Erkrankung vor, kann die zusätzliche Einnahme von Kupfer zu Leber- und Nervenschädigungen führen.


Mangan

Der Körper benötigt Mangan nicht nur für die Funktion von Enzymen, sondern auch für deren Aktivierung. Das Spurenelement ist an verschiedenen Stoffwechselprozessen beteiligt und wichtig für die Entgiftung. Es beeinflusst die Regeneration und Heilung der Haut. Zudem wird Mangan für die Herstellung von Prolin (einer Aminosäure) benötigt, welche für die Bildung von Kollagen in den Zellen der Haut zuständig ist.

Die empfohlene Tagesdosis beträgt 2 – 5 mg Mangan. Hülsenfrüchte, Nüsse, Getreide und einige Obstsorten sind besonders gute Mangan Lieferanten.

Pro 100 g enthalten Haferflocken 4.500,0 µg, Roggenbrot 920,0 µg und Heidelbeeren 4.200,0 µg Mangan. Auch Mandeln mit einem Gehalt von 1.900,0 µg und Erdnüsse mit 1.600,0 µg sind reich an diesem Spurenelement.

Zahlreiche Faktoren, wie zum Beispiel zu viel Zuckerkonsum oder Medikamente können den Mangan-Haushalt stören. Die Folgen können Blutgerinnungsstörungen, Immunschwäche und Wachstumsverzögerungen sein. Bei der therapeutischen Dosierung kommen 2 – 50 mg Mangan täglich zur Anwendung. In Kombination mit Kalzium kann das Spurenelement Stimmungsschwankungen reduzieren. Da Mangan die Bildung von Knorpelmasse unterstützt, kann es bei Beschwerden der Bandscheiben und Gelenkknorpel angewendet werden.


Molybdän

Das lebensnotwendige Spurenelement kommt in den Knochen, der Lunge, der Leber und der Haut vor. Als Bestandteil von verschiedenen Enzymen spielt es eine wichtige Rolle für den Stoffwechsel. Es dient der Energiegewinnung und hilft, schwefelhaltige Aminosäuren abzubauen. Auch zum Aufbau von Harnsäure wird Molybdän benötigt.

Das Spurenelement stärkt das Abwehrsystem, beugt Allergien vor und ist im Körper unter anderem für die Aktivierung von Eiweißen zuständig. Molybdän muss dem Körper über die Nahrung zugeführt werden, wo es schließlich vom Dünndarm aufgenommen wird. Das Spurenelement kann das Wachstum von Bakterien hemmen und ist somit auch für das Immunsystem wichtig.

Die täglich empfohlene Menge an Molybdän beträgt zwischen 50 und 100 µg. Das Spurenelement kommt in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln vor. Zu den besonders guten Lieferanten gehören Fleisch, Fisch und Getreideprodukte.

100 g Zander enthalten 51,0 µg, Miesmuscheln 40,0 µg. Rotkohl liefert dem Körper 127,0 µg und Spinat 53,0 µg Molybdän. Sojabohnen mit 210,0 und Buchweizen mit 485,0 µg sind ebenfalls reich an dem Spurenelement.

Verschiedene Ursachen, wie zum Beispiel Erkrankungen des Darms oder stark raffinierte Lebensmittel können den Molybdän-Haushalt stören. Zu den Folgen gehören verschiedene Symptome wie Haarausfall, Müdigkeit, Karies oder verminderte Harnsäurewerte.

Die therapeutische Dosierung von dem Spurenelement Molybdän beträgt 100 – 1000 µg täglich. Unterstützend kann das Spurenelement bei allen, auf eine Hormonzufuhr ansprechenden Krebsarten, verabreicht werden.


Selen

Im Körper ist Selen vorwiegend in der Leber, den Nieren, dem Drüsengewebe und den Blutplättchen enthalten. Selen schützt die Zellen und Chromosomen vor schädlichen oder giftigen Belastungen. Außerdem sorgt das Spurenelement dafür, dass die Elastizität von Körpergeweben erhalten bleibt.

Zudem kann Selen (als Bestandteil der Glutathionperoxidase) Radikale abfangen und ist nicht nur für das Immunsystem und die Schilddrüse, sondern auch für den Zell- und Energiestoffwechsel sehr wichtig. Das Spurenelement besitzt eine antikarzinogene Wirkung, wodurch es krebserregende Stoffe bekämpfen kann.

Besonders gute Lieferanten sind Fleisch und Fisch. Zum Teil ist es auch in pflanzlichen Lebensmitteln, wie Nüssen enthalten. Die empfohlene tägliche Menge beträgt täglich 60 – 70µg.

Pro 100 g enthalten Bückling 140,0 µg, Scholle 33,0 µg und Schweineleber 58,0 µg. Kokosnüsse liefern 810,0 µg und Paranüsse 100,0 µg Selen. Sojabohnen und Eier liefern dem Körper zwischen 19,0 und 20,0 µg.

Selen hat eine stärkende Wirkung auf das Abwehrsystem. Belastungen mit Schwermetallen, Magen-Darm-Erkrankungen oder chronische Krankheiten können den Selen-Haushalt aus dem Gleichgewicht bringen und zu einem Mangel an dem Spurenelement führen. Die Folgen sind dann ein geschwächtes Immunsystem, Muskelschwäche, rheumatische Beschwerden und Erkrankungen der Augen. Im therapeutischen Bereich wird das Spurenelement Selen mit 200 – 300 µg pro Tag verabreicht. Hilfreich zeigt sich Selen unter anderem bei Neurodermitis, Schwermetallbelastung und akuten Infekten.


Zink
 

Zink ist ein wichtiger Mikronährstoff für den menschlichen Körper. Viele Enzyme benötigen dieses Spurenelement, um aktiv zu bleiben. Zink kommt in mehr als 200 Enzymen und somit nicht nur im Gewebe, sondern auch in den Organen vor. Es beeinflusst sensorische Funktionen und die Zellfunktionen. Weiterhin beeinflusst Zink als essentielles Spurenelement das Hormon- und Immunsystem.

Unter anderem ist Zink am Abbau von Alkohol in der Leber und am Knochenaufbau beteiligt. Das Spurenelement bekämpft Viren und Bakterien und spielt auch bei der Wundheilung eine entscheidende Rolle. Der menschliche Körper kann Zink nicht selbst produzieren oder speichern. Da es kein Depot für dieses Spurenelement gibt, muss Zink dem Körper regelmäßig in einer ausreichenden Menge zugeführt werden.

Die empfohlene Tagesdosis Zink liegt bei 7,0 bis 10,0 mg. Meeresfrüchte, Fleisch und Fisch, aber auch Hülsenfrüchte und Milchprodukte liefern das Spurenelement.

100 g Austern enthalten durchschnittlich 86,00 mg Zink. Schweineleber liefert 6,35 mg und Rindfleisch noch 4,41 mg Zink. Sojabohnen enthalten 4,18 und Emmentaler 4,63 mg Zink.

Ein Zinkmangel lässt sich häufig an weißen Flecken auf den Fingernägeln erkennen. Das Spurenelement ist wichtig für die Testosteronbildung und hat zudem Einfluss auf die Schilddrüsen- und Wachstumshormone. Infektionen, Blutarmut oder Medikamente können den Zink-Haushalt stören. Eine Mangelversorgung zeigt sich unter anderem durch Unfruchtbarkeit, Haarausfall, ein verändertes Hautbild und mangelnden Appetit.

Die therapeutische Dosierung beträgt 20 – 100 mg Zink am Tag. Da der größte Zinkanteil in der Netzhaut zu finden ist, kann sich ein Mangel schnell auf das Sehvermögen auswirken. Da sich das Spurenelement bei der Wundheilung als besonders wirksam erwiesen hat, sollte es auch vor einer Operation verabreicht werden. In bestimmten Lebensabschnitten, wie der Wachstumsphase, benötigt der Körper mehr Zink.

 

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