Mineralstoffgehalt von Lebensmitteln, Tagesbedarf und therapeutische Dosis

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Mikronährstoffe werden nur in relativ kleinen Mengen benötigt, spielen für den Körper aber eine wichtige Rolle. Neben Vitaminen gehören auch Mineralstoffe wie Magnesium, Calcium, Kalium und Natrium zu diesen wichtigen Bausteinen. Diese zählen zu den sogenannten Makro- oder Mengenelementen, die in Abgrenzung zu den Spurenelementen (wie Eisen, Zink oder Selen) in deutlich größeren Mengen vom Körper benötigt werden. In folgendem Beitrag soll der Mineralstoffgehalt von Lebensmitteln, der empfohlene Tagesbedarf sowie die therapeutische Dosierung der Mineralstoffe miteinander verglichen werden.


Mineralstoffe im Rahmen der orthomolekularen Medizin

In der orthomolekularen Medizin geht es darum, die Gesundheit zu erhalten und Krankheiten zu behandeln. Wichtig dabei sind verschiedene Mikronährstoffe, die dem Körper in der richtigen Menge zugeführt werden müssen. Hierbei geht es jedoch nicht um eine möglichst hohe Dosierung der Stoffe, sondern darum, die einzelnen Vitalstoffe in der richtigen Menge mit anderen Mikronährstoffen zu kombinieren.

Da jeder Mensch einen anderen Lebenswandel und somit auch einen ganz individuellen Bedarf hat, werden die einzelnen Nährstoffe dem entsprechend hoch, und wenn nötig in Kombination mit weiteren Vitalstoffen, verabreicht. Ist der Organismus nicht mehr gesund oder aus dem Gleichgewicht geraten, ist davon auch der Nährstoffhaushalt betroffen. Ernährungsbedingte Fehler, welche auch gesundheitliche Folgen haben können, lassen sich mithilfe der orthomolekularen Medizin nicht nur behandeln, sondern auch vorbeugen.

Damit unterscheidet sich die Anwendung von Mineralstoffpräparaten (als Nahrungsergänzungsmittel) im Rahmen der Nährstoffmedizin von der Zufuhr der Mineralien entsprechend des empfohlenen Tagesbedarfs. Letzterer entspricht hierzulande den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (kurz: DGE). Durch den industriellen Ackerbau und dadurch ausgelaugte Böden hat der Mineralstoffgehalt der Lebensmitteln in den letzten Jahrzehnten abgenommen. Allein dieser Umstand kann eine Einnahme von Ergänzungsmitteln erfordern, um eine ausreichende Versorgung zu sichern.


Magnesium

Der Mineralstoff Magnesium kann vom Körper nicht selbst hergestellt werden. Da der Organismus ohne dieses Mineral nicht funktioniert, muss Magnesium in ausreichender Menge über die Nahrung zugeführt werden. Es ist ein Elektrolyt und übernimmt viele Aufgaben im menschlichen Körper.

So sorgt Magnesium für gesunde Muskeln. Es verschafft einen Ausgleich zwischen Anspannung und Entspannung der Muskulatur. Dabei steht das Mineral dem Calcium entgegen, welches für die Muskelkontraktion gebraucht wird. Magnesium verhindert, dass zu viel Calcium in das Muskelgewebe eindringen und dort zu Verspannungen führen kann. Für eine gesunde Muskelfunktion ist es unverzichtbar.

Um ausreichend Energie aufzubringen, wird Magnesium ebenfalls benötigt. Es regt den Zellkraftstoff an und bringt den Organismus auf Touren. Somit beugt das Mineral Müdigkeit und Erschöpfungszuständen vor. Weiterhin übernimmt der Mikronährstoff eine wichtige Aufgabe bei der Gesunderhaltung der Zähne und Knochen. Zudem stärkt es die Nerven.

Mit einer täglichen Aufnahme von 300 bis 400 mg Magnesium wird einem Mangel vorgebeugt. Das Mineral ist in vielen Lebensmittel enthalten und lässt sich abwechslungsreich in die tägliche Ernährung einbauen. Nüsse, Gemüse und Vollkornprodukte sind reich an Magnesium.

Pro 100 g sind in Naturreis 157,0 mg, in Sojabohnen 220,0 mg und in Speisekleie sogar 590,0 mg enthalten. Grünes Gemüse wie Spinat liefert dem Körper 58 mg des Minerals. Kartoffeln, Schwein und Lamm enthalten jeweils 25 mg. Reines Kakaopulver ist mit 420 mg ein besonderer Lieferant.

Zum größten Teil wird Magnesium in den Knochen gespeichert. Im Bindegewebe und der Muskulatur kommt es ebenfalls vor. Stress, Medikamente, eine unausgewogene Ernährung und andere Faktoren können den Magnesium-Haushalt stören. Dies kann zu Muskelzittern, Übelkeit, Herz-Rhythmus-Störungen oder Schlaflosigkeit führen.

Die therapeutische Dosierung beträgt 300 – 1500 mg Magnesium täglich. Vorbeugend kann eine ausreichende Menge Magnesium einem Typ-2-Diabetes entgegenwirken und die Bildung von Harnsteinen unterdrücken. Personen, die großem Stress ausgesetzt sind, haben einen erhöhten Bedarf an Magnesium.


Calcium

Calcium ist ein essentieller (lebensnotwendiger) Mineralstoff für den Menschen. Im menschlichen Körper kommt das Mineral in relativ großen Mengen vor. Es befindet sich in Zähnen und Knochen, sowie im Blut und Gewebe. Calcium übernimmt eine wichtige Aufgabe beim Knochenbau und ist an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Zudem benötigt der Körper dieses Mineral für einen gesunden Herzrhythmus, die Muskelarbeit und die Aktivierung der Blutgerinnung.

Da der größte, im Körper angesammelte, Calciumanteil in den Knochen sitzt, bleibt dieses Depot bei einer ausreichenden Mineralzufuhr unberührt. Kommt es jedoch zu einem Mangel an Calcium, bzw. ist im Blut zu wenig davon vorhanden, werden die Knochen so lange als Spender benutzt, bis der Calciumspiegel wieder ausgeglichen ist.

Die empfohlene Tagesdosis beträgt 1000 mg Calcium. Mit dieser Menge wird einem Mangel an dem Mineral vorgebeugt, welcher sich unter anderem durch Nervosität, Krämpfe, geschwächte Muskeln und durch den Abbau von Knochenmasse bemerkbar machen kann.

Zu den besten Calcium-Lieferanten gehören Käse, Milch und Milchprodukte. In pflanzlichen Lebensmitteln, wie Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und Grünkohl kommt es ebenfalls vor. Mineralwasser enthalten auch Calcium und werden teilweise damit angereichert.

Pro 100 g enthalten Grünkohl 196,5 mg, Spinat 121,0 mg und Brokkoli 108,5 mg Calcium. Bereits 100 Gramm Emmentaler würden mit 1.050,0 mg den Tagesbedarf decken. Weiße Bohnen mit 113,0 mg und Joghurt mit 120,0 mg sind ebenfalls gute Lieferanten.

Ca. 1 Kilogramm Calcium ist in den Knochen eines Erwachsenen enthalten. Auf dieses greift der Körper bei einer Unterversorgung mit dem Mineralstoff zu. Ist der Calcium-Haushalt gestört oder liegt ein Mangel vor, zeigen sich Symptome wie Muskelkrämpfe und Überreiztheit. Bei der therapeutischen Dosierung kommen tägliche Mengen von 1,0 – 1,5 g zur Anwendung. Mehr als 2,5 g sollten nicht überschritten werden. Während einer Schwangerschaft verabreicht, kann der Mineralstoff das Risiko einer Präeklampsie (allg. als Schwangerschaftsvergiftung bezeichnet) senken. In Kombination mit anderen Mikronährstoffen wirkt der Mineralstoff bei Osteoporose nicht nur vorbeugend, sondern kann auch zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden.


Kalium

Kalium ist ein Mineral, welches überwiegend im Zellinneren vorkommt und zahlreiche Funktionen der Zellen unterstützt. Als wichtiger Mikronährstoff reguliert Kalium zusammen mit dem Mineralstoff Natrium den Wasserhaushalt und die Nerventätigkeit. Zudem senkt das Mineral den Blutdruck und spielt eine große Rolle für einen gesunden Herzrhythmus. Es ist wichtig für die Zellen und aktiviert die Muskulatur.

Ein zu hoher Kaliumspiegel, aber auch ein Mangel, kann Fehlfunktionen der Muskulatur (auch des Herzmuskels!) hervorrufen. Der Säure-Basen-Haushalt kann ebenfalls durch Kalium reguliert werden. Auch den Magen-Darm-Trakt beeinflusst Kalium, da das Mineral ein Bestandteil der Verdauungssäfte ist. Kalium wird im Körper nicht gespeichert, sodass kein Depot vorhanden ist. Für einen ausreichenden Kaliumtransport benötigt der Körper zudem Magnesium, welches am Transport des Minerals in die Zellen beteiligt ist. Das im Körper vorhandene Kalium ist ausschlaggebend für die Speicherung von Energie in den Zellen.

Das Mineral ist in vielen Lebensmitteln enthalten und kann sehr gut über die Nahrung aufgenommen werden. Um einem Kaliummangel vorzubeugen, sollten ca. 2000 mg täglich aufgenommen werden. Einen besonders hohen Kaliumgehalt haben Vollkornprodukte, Bananen sowie grünes Blattgemüse.

100 g Spinat enthalten 633,0 mg und 490,0 mg Kalium sind in Grünkohl enthalten. Bananen liefern dem Körper 382,0 mg und Honigmelonen 330,0 mg des Minerals. Besonders reich an Kalium ist mit 1.380,0 mg Speisekleie.

Es kann verschiedene Ursachen haben, wenn der Kalium-Haushalt durcheinandergerät oder gestört ist. Stress, Durchfall, Abführmittel, eine einseitige Ernährung und andere Faktoren beeinflussen den Kaliumspiegel. Im therapeutischen Bereich wird der Mineralstoff mit 1 – 10 g täglich verabreicht. Der Mikronährstoff wirkt einem zu hohen Blutdruck entgegen und sorgt für eine gesunde Darmtätigkeit.


Natrium

Natrium als Mikronährstoff sorgt für eine gesunde Funktion der Zellen und spielt eine wichtige Rolle für den Salz- und Wasserhaushalt, welcher in Verbindung mit Kalium reguliert wird. Es reguliert diesen nicht nur innerhalb, sondern auch außerhalb der Zellen. Auch für die Muskelkontraktion und den Kreislauf wird das Mineral benötigt. Natrium sorgt gemeinsam mit Kalium dafür, dass Nervenreize weitergeleitet werden, und ist aktiv an der Muskelentspannung beteiligt.

Das Mineral ist für die Enzymaktivierung verantwortlich und hat Einfluss auf den Säure-Basen-Haushalt. Bei Bedarf wird das Natrium, welches zu einem Drittel in den Knochen sitzt, von dort aus in das Blut abgegeben. Das Mineral ist an der Aufnahme von Aminosäuren und Glukose sowie am allgemeinen Nährstofftransport beteiligt.

Da Natrium in fast allen pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln vorkommt, kann es leicht über die Nahrung aufgenommen werden. Die empfohlene Tagesdosis beträgt durchschnittlich 1500 mg Natrium. Wurst und Fleisch, aber auch Brot und Käse enthalten das Mineral. In Kochsalz (Natriumchlorid) kommt es ebenfalls vor. Durch das gewohnheitsmäßige Salzen unserer Speisen überschreiten wir regelmäßig den empfohlenen Tagesbedarf.

100 g Gorgonzola enthalten 1400 mg und Schafskäse 1300 mg Natrium. Fisch, wie Matjeshering liefert dem Körper 2500 mg des Minerals. In Weizenbrot sind 540 mg und in Erdnüssen 773 mg enthalten. In fertigen Produkten, wie Teewurst, sind 1100 mg enthalten.

Ist der Natrium-Haushalt gestört, zeigen sich verschiedene Symptome wie Orientierungsschwierigkeiten, Schwindel, Krampfanfälle, zu niedriger oder zu hoher Blutdruck. Der Mineralstoff kommt in zahlreichen Lebensmitteln und vielen fertigen Produkten vor. Der tatsächliche und tägliche Konsum liegt oft über den empfohlenen Werten. Mehr als 10 g Natrium sollten dem Körper nicht zugeführt werden. Natrium wird bei körperlicher Anstrengung – wie andere Vitalstoffe auch – über den Schweiß ausgeschieden, sodass Sportler oder Schwerarbeiter einen erhöhten Bedarf haben.

 

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