Orthomolekulare Medizin – die natürliche Kraft der Mikronährstoffe

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Orthomolekulare-Medizin

Therapie mit Mikronährstoffen

Die orthomolekulare Medizin ist eine alternativmedizinische Methode, die vom US-amerikanischen Chemiker Dr. Linus Pauling, der 1954 den Nobelpreis für Chemie erhielt, maßgeblich beeinflusst wurde. Er war der Überzeugung, dass man mit der Einnahme von ausreichend Vitamin C unter anderem der Entstehung von Krebserkrankungen vorbeugen könne. Seitdem hat die Therapie mit Mikronährstoffen einen festen Platz in ganzheitlichen Behandlungskonzepten eingenommen.


Vitamine und Co. zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten

Zwar hielten viele Wissenschaftler diese Theorie für eine Art Pseudowissenschaft, dennoch hat sich die orthomolekulare Medizin innerhalb der ganzheitlichen Medizin bis heute etabliert und weiterentwickelt. Demnach besitzen verschiedene natürliche Stoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren die Eigenschaft, Krankheiten vorbeugen und Mangelerscheinungen ausgleichen zu können. Die orthomolekulare Medizin konzentriert sich darauf, das biochemische Ungleichgewicht, das Infektionen und Krankheiten hervorruft, durch den Einsatz von natürlichen und höher konzentrierten Substanzen, die ursprünglich bereits im Körper vorhanden sind und für eine ausgeglichene Körpergesundheit sorgen, auszugleichen. Immer häufiger findet man dieses Prinzip heutzutage auch in ernährungsmedizinischen Behandlungsschemen wieder, daher bezeichnet man die orthomolekulare Medizin oft auch als orthomolekulare Ernährungsmedizin.


Nährstoffgaben über dem “normalen” Tagesbedarf

Eine höhere Konzentration heißt jedoch nicht unbedingt, dass übermäßig viel vitaminreiche Kost zu sich genommen wird. Neben sogenannten Superfoods, die mit einer hohen Nährstoffdichte glänzen, werden gezielt Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt. Die orthomolekulare Medizin greift hierbei auf speziell kombinierte Mikronährstoffe zurück, die genau auf den individuellen Bedarf und die Situation des „Patienten“ zugeschnitten sind. Als Mikronährstoffe bezeichnet man Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine sowie essentielle Aminosäuren und Fettsäuren. In den häufigsten Fällen kommt dieses Prinzip bei speziellen Nährstoffmängeln aber auch bei verschiedensten Krankheiten zum Einsatz. Auf der einen Seite heißt es, Nährstoffmängel ausgleichen. Auf der anderen Seite werden Mikronährstoffe in therapeutischer Dosis zur Anregung erwünschter Stoffwechselfunktionen eingesetzt.


Der Ursprung des Nährstoffmangels

In Zeiten industrieller Verarbeitung von Lebensmitteln, Zeitknappheit und einem ansteigenden Stress-Level häuft sich in unserer Gesellschaft der Hang zu einseitiger Ernährung. Wir haben keine Zeit mehr um unser Essen in Ruhe zuzubereiten. Alles muss schnell gehen. Durch den regelmäßigen Verzehr von Fertiggerichten und Fast Food gerät der Körper in einen Mangel. Trotz überreichem Angebot an Energielieferanten, sprich Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen, fehlt es dem Hamburger-Fan an Vitaminen und Co. Er ist nicht mehr ausreichend mit essenziellen Nähr- und Vitalstoffen versorgt, die er in frisch zubereiteten und ökologisch produzierten Speisen finden würde. Mangelerscheinungen und Volkskrankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck sind nicht selten die Folge solch einseitiger und vitalstoffarmer Ernährung.

Aber auch ausgelaugte Böden und der industrielle Anbau von Monokulturen tragen eine Mitschuld. Wenn über Jahre hinweg die gleichen Pflanzen auf immer gleichen Flächen angebaut werden, verliert das Ackerland sein ökologisches Gleichgewicht. Aus den ausgelaugten Böden gelangen nur unzureichend Mineralstoffe in die Pflanzen, die später auf unserem Küchentisch landen. Eine eigentlich gesunde Portion Gemüse ist dann auch nicht mehr das was sie einmal war. Es sieht vielleicht schön aus, wie es beim Discounter in den Regalen liegt, aber die glänzende Hülle hält nicht was sie verspricht. Nährstoffarme Nahrungsmittel leisten ihren Beitrag zu einer Unterversorgung des menschlichen Organismus.


Beispiel Vitamin D Mangel – in Deutschland weit verbreitet

Nicht nur in der dunklen Jahreszeit kommt es aufgrund von fehlendem Sonnenlicht zu einem Mangel an dem sogenannten Sonnenhormon Vitamin D. Rund 80% der Deutschen leiden heutzutage darunter, wenn auch nicht selten ohne es zu wissen.

Auch während der sonnenreichen Jahreszeit ist die Aufnahme an Vitamin D durch bloße Sonneneinstrahlung hierzulande oft unzureichend. Denn wir verbringen meist zu wenig Zeit des Tages draußen und in der Sonne. Die Annahme, man könne bei ausgewogener Ernährung und über die täglich 20-minütige Besonnung seiner Unterarme einem Vitamin D Mangel vorbeugen, ist falsch. Sie widerspricht den Ergebnissen von unzähligen Labormessungen und einschlägigen Studien. Denn auch Sonnencreme verhindert die Bildung von Vitamin D und sowohl Morgen- als auch Abendsonne bieten nicht ausreichend UV-Strahlung, um das Sonnenvitamin herzustellen. Zudem ist die Sonneneinstrahlung in Mitteleuropa nur von April bis Oktober stark genug, damit die Haut Vitamin D produzieren kann. Und die körperlichen Speicher reichen längst nicht über den Winter. Durch die gezielte Einnahme von natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln kann ein Nährstoffmangel jedoch dauerhaft ausgeglichen werden.

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Das Optimum an Vitamin D

Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt eine maximale Tagesmenge an Vitamin D von 1.000 IE. Diese Empfehlung gilt mittlerweile jedoch als veraltet. Neuste Studien belegen, dass eine tägliche Dosis von rund 4.000 IE für einen durchschnittlichen Erwachsenen wesentlich wirkungsvoller ist im Kampf gegen Mangelerscheinungen.


Die Auswirkungen von fehlendem Vitamin D

Generell gestaltet es sich schwierig, einen Vitamin D Mangel selbst zu bemerken. Entsprechende Tests und Messungen helfen dabei, diesen festzustellen und dann gezielt behandeln zu können.

Vitamin D ist die Vorstufe eines Hormons, das nicht nur für starke Knochen und Zähne sorgt. So ist es unter anderem unentbehrlich für die gesunde Regulation unseres Immunsystems. Auch für ein “sonniges Gemüt” kann Vitamin D sorgen. Ein Mangel wird jedenfalls mit Depressionen in Verbindung gebracht. Da die Symptome sehr vielfältig ausfallen und Teil eines schleichenden Prozesses sein können, ist es ratsam, seinen Vitamin D Wert von einem Arzt oder Heilpraktiker bestimmen zu lassen. So können Mängel rechtzeitig erkannt und behandelt werden

Neben der Beeinträchtigung von Knochen und Gelenken, kann fehlendes Vitamin D besonders auch das Immunsystem, den Stoffwechsel sowie die Psyche negativ beeinflussen.


Besteht die Gefahr der Überdosierung von Vitaminen und Co?

Bei Nährstoff- und Vitaminmangel sollte immer auf die richtige Dosierung geachtet werden, um eine potenzielle Überdosierung zu vermeiden. Auch bei der zusätzlichen Einnahme von Vitamin D kann es zu einer Überdosierung kommen. Diese konnte bisher jedoch erst ab einer Tagesdosis von etwa 20.000 IE über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. In der orthomolekularen Medizin ist der Spielraum für die Dosierung von Vitamin-Präparaten somit recht groß. Geht der Einnahme eine professionelle, therapeutische Behandlung mit umfangreicher Anamnese voraus, werden zuvor entsprechende Messungen durchgeführt. Diese dienen als Grundlage, um die passende Dosierung zu finden. Durch diese Messungen können etwaige Mängel entdeckt und weitaus gezielter substituiert werden.


Orthomolekulare Medizin: wasserlösliche Vitamine

Eine Überdosierung wasserlöslicher Vitamine (B-Vitamine und Vitamin C) kann vom Körper leichter wieder ausgeschieden werden, im Gegensatz zu den fettlöslichen Vitaminen (A, D, E und K), die länger im Körper gespeichert werden. Während einer therapeutischen Anwendung werden sie meist kurmäßig gewollt über dem Normwert dosiert, um eine effektive, therapeutische Wirkung zu erzielen. Dies ist beispielsweise bei der Gabe von B-Vitaminen der Fall, die zur Regulierung von Funktionen des Nervensystems und des Energiestoffwechsels verabreicht werden.


Vitalstoffe für die Gesundheit

Wissenschaftliche Forschungszentren beschäftigen sich immer häufiger mit der Thematik, dass Vitalstoffe gezielt für die Gesunderhaltung des Körpers eingesetzt werden können. Dies übersteigt zum Beispiel bei weitem die bloße Annahme, dass Vitamin C gut zur Stärkung des Immunsystems sei. Sicherlich spielt bewusste und gesunde Ernährung eine bedeutende Rolle beim Thema Gesundheit. Dennoch helfen uns die Mikronährstoffe dabei, den Körper effektiv zu stärken und vor der Entstehung von Krankheiten zu schützen.

 

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