Heimisches Superfood – Apfel, Beeren & Co.

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Auch wenn Superfood à la Goji-Beeren oder Chiasamen weiter boomt, können regionale Lebensmittel wie Heidelbeeren oder Spinat in puncto Nährstoffgehalt locker mithalten. In Bezug auf die gesundheitlichen Effekte liegt der Fokus – sowohl von exotischem als auch von heimischem Superfood – insbesondere auf den sekundären Pflanzenstoffen. Diese Mikronährstoffe aus pflanzlichen Nahrungsmitteln gelten als hocheffektive Schutzstoffe. Allen voran das antioxidative Potential ist aus ernährungsphysiologischer Sicht bedeutsam. Darüber hinaus spielt auch der Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen sowie der Ballaststoffgehalt beim „Essen der Superlative“ eine Rolle. Folgender Beitrag nennt die wichtigsten Fakten rund um heimisches Superfood, welches einen bunten Mix aus sekundären Pflanzenstoffen und Co. liefert.


Sekundäre Pflanzenstoffe – Schutzstoffe aus der Natur

Im Pflanzenreich lassen sich viele funktionale Substanzen finden, die ihre Wirkung gezielt als sekundäre Pflanzenstoffe entfalten. Diesbezüglich sind beispielsweise die intensiven Farben der Blüten zu nennen, die dazu dienen Insekten anzulocken. Im menschlichen Organismus können sie wiederum zahlreiche gesundheitsfördernde Effekte induzieren. In Abhängigkeit ihrer chemischen Struktur und ihrer funktionellen Eigenschaften werden die sekundären Pflanzenstoffe in unterschiedliche Gruppen kategorisiert. In diesem Zusammenhang sind Polyphenole (z. B. aus roten Trauben), Carotinoide (z. B. aus Möhren), Glucosinolate aus Kohlgemüse oder auch Sulfide aus Knoblauch zu nennen. Gleiches gilt für Phytoöstrogene aus Soja (über Nutzen und Risiken wird diskutiert) oder den Blattfarbstoff Chlorophyll, der nicht zuletzt für den Hype grüner Smoothies verantwortlich ist.

Je nach funktionaler Kategorie besitzen die einzelnen sekundären Pflanzenstoffe als Antioxidantien zellschützende Effekte oder sind beispielsweise antibiotisch oder immunstimulierend wirksam. Diese facettenreichen Substanzen sind in heimischem Superfood in ähnlicher Nährstoffdichte enthalten wie in exotischer Ware à la Acai-Beere und Co.

Heidelbeeren enthalten gefäßschützende Polyphenole. 
Vorteile von regionalem Superfood

In erster Linie spricht der Umweltaspekt von heimischer Ware klar für sich, da importierte Lebensmittel immer auch eine Belastung für die Ökobilanz bzw. die Natur darstellen. Wenn bei uns saisonales Obst und Gemüse auf dem Markt erhältlich ist, besitzt es ein besonders intensives Aroma und eine optimale Nährstoffdichte. Letztere kann hingegen bei langen Transportwegen deutlich abnehmen. Und auch der Preis spielt eine wichtige Rolle, denn Erdbeeren, die in den Sommermonaten taufrisch vom Feld kommen, sind vergleichsweise günstig. Gleiches gilt für intensiv gefärbtes Obst wie Heidelbeeren oder grünes Gemüse wie Brokkoli oder Grünkohl, welche hocheffektive Schutzstoffe liefern.


Hippes Food für Trendsetter

Allerdings sind es nicht nur die Importkosten, sondern vor allem auch der Trendfaktor von Chia und Co., der die Preise in die Höhe schnellen lässt. Denn Superfood boomt nicht nur bei gesundheitsbewussten Konsumenten. Der hohe Absatz von exotischer Ware basiert auch auf solchen Verbrauchern, die es als hip empfinden, teures Trendfood zu konsumieren. Entsprechend ist die Nachfrage nach szenigem Superfood aus exotischen Ländern nicht zuletzt auch ein urbanes Phänomen. Auf der anderen Seite steigt jedoch auch das Interesse an einer puristischen, umweltgerechten Ernährung. Entsprechend zeichnet sich parallel ein erfreulicher Trend Richtung Minimalismus und regionaler Küche samt saisonalen Zutaten und heimischem Superfood ab.


Äpfel, Haferflocken und Möhren – Ballaststoffreiches Superfood

Da auch Ballaststoffe zahlreiche wünschenswerte Wirkungen besitzen, zählen ballaststoffreiche Lebensmittel zur Kategorie Superfood. Die enthaltenden Pektine aus Apfel und Möhre entfalten nicht nur einen intensiven Sättigungseffekt, sondern unterstützen die Verdauungsfunktion auf natürliche Weise. Zusätzlich kann das gequollene Pektin schädliche Bakterien im Darm binden, so dass sie aus dem Körper geschleust werden. Das Vitamin C der Äpfel und das Beta-Carotin der Möhren können darüber hinaus antioxidative Effekte entwickeln.

Auch Haferflocken aus heimischer Produktion verdienen den Namen Superfood. Die vollwertigen Flocken punkten mit einer Extraportion Beta-Glukanen, die für einen konstanten Blutglukose-Spiegel sorgen und intensiv sättigen. Darüber hinaus kann ein regelmäßiger Verzehr von Haferflocken den Cholesterinspiegel senken und die Verdauungsfunktion sowie das Immunsystem unterstützen.


Zwiebeln, Knoblauch & Brokkoli – Regionales Essen der Superlative

Knoblauch und Zwiebeln wiederum, die besonders günstig erhältlich sind, punkten hingegen mit einer Extraportion an Sulfiden. Das macht sie nicht ohne Grund zu Vertretern der ältesten Heilpflanzen. Den enthaltenen Schwefelverbindungen werden zahlreiche positive Effekte auf unsere Gesundheit zugeschrieben. Neben einer natürlich antibakteriellen Wirkung können sie auch das Wachstum von Pilzen und pathogen Keimen hemmen. Darüber hinaus vermögen sie Ablagerungen in den Gefäßwänden zu reduzieren, so dass sie auch als Schutzfaktoren gegenüber Ateriosklerose gelten. Und nicht zuletzt wird immer wieder diskutiert, inwieweit ein hoher Verzehr von Knoblauch und Zwiebeln eine antikarzinogene Wirkung erzielt.

Kohlgemüse wie Brokkoli oder Rosenkohl, welches reich an Glucosinolaten ist, besitzt ebenfalls antibiotische und antikarzinogene Effekte. Allerdings fehlen hier eindeutige Studienergebnisse, wie hoch der Verzehr für die gewünschte Schutzwirkung sein muss.


Superstars der ersten Generation – Alternativen zu Chia & Co.

Nimmt man zum Beispiel Leinsamen unter die Lupe, fällt der hohe Gehalt an Omega-3-Fettsäuren auf. Daher sind sie eine regionale, kostengünstige Alternative zu Chiasamen und eignen sich wie diese zum Aufpeppen von Müsli oder als Salat-Topping. Grüne Smoothies – die bei vielen gesundheitsbewussten Verbrauchern weiter im Trend liegen – benötigen für die Extraportion Chlorophyll nicht zwingend Algen oder Moringa. Alternativ können heimischer Spinat, Feldsalat oder auch Weizengras und aromatische Wildkräuter in den Mixer wandern.

Wer sich ein regionales Pendant zu kostspieligen Acai-Beeren wünscht, kann mit gutem Gewissen auf Heidelbeeren ausweichen. Letztere punkten nicht zuletzt mit einer Extraportion zellschützender Anthocyane und führen zu Recht zahlreiche Listen gesunder Lebensmittel an. Sommerliche Erdbeeren, Himbeeren oder Heidelbeeren, aber auch Kirschen entwickeln ihren zellschützenden Effekt ebenfalls über ihre intensive Farbe. Allerdings können sich auch die enthatenen Antioxidantien wie Vitamin C, der Gehalt an Eisen und die enthaltenden Ballaststoffe sehen lassen.


Bewusster Konsum von exotischer Ware – Moderater Genuss

Wer hingegen schwarzen oder grünen Tee liebt, der reich an zellschützenden Polyphenolen ist, wird regional keine Alternative finden. Insbesondere japanischer Matcha besitzt ein hohes antioxidatives Potential. Hier sollte der Fokus beim Kauf vor allem auf bio-zertifizierter und fair gehandelter Ware liegen. Gleiches gilt übrigens auch für den Kauf von Kakao und Kaffee, die ebenfalls antioxidative Polyphenole liefern.

Außerhalb der Saison von heimischer Ware wie Kirschen, Brombeeren und Co. können exotische Früchte wie Ananas, Kiwi oder Banane den regionalen Speiseplan gelegentlich – in bewusster Menge – vitaminreich ergänzen.


Fazit

Saisonales Superfood aus der Region – z. B. Äpfel, Beeren, Möhren, Kohl, Haferflocken, Leinsamen und Zwiebeln – haben gegenüber importierter Ware einige Vorzüge. Falls es keine regionalen Alternativen gibt, kann man seinen Speiseplan bewusst – und in moderater Menge – mit Grüntee, Südfrüchten und Co. abwechslungsreich anreichern.

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