Faszien – mehr als nur Bindegewebe!

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Der Begriff Faszie stammt vom lateinischen Wort „fascia“ ab, was so viel bedeutet wie „Bündel“ oder „Band“. Bei Faszien handelt es sich schlichtweg um das uns bekannte Bindegewebe bzw. dessen kollagenhaltige Bauteile, die bandförmig strukturiert sind. Diese erfüllen im menschlichen Körper wichtige Aufgaben. Ihre Bedeutung wird nicht selten unterschätzt und bei körperlichen Beschwerden wie Rückenschmerzen oft  zu wenig beachtet.


Faszien und ihre Aufgaben

Das sehr komplexe Fasziengewebe hält alle Teile des Körpers zusammen. Es sorgt dafür, dass Organe, Muskeln, Knochen, Nerven, Sehnen und Gefäße am richtigen Platz sitzen und miteinander verbunden sind. Faszien ermöglichen es den Organen, sich bei Bedarf zu verlagern. Das ist beispielsweise während der Schwangerschaft wichtig, um genügend Raum für das ungeborene Kind zu schaffen. Auch spielen sie eine wichtige Rolle bei Verletzungen, da sie deren Heilung fördern und als Schutz vor Infektionen und Krankheiten dienen.

Aufgrund seiner Fähigkeit Wasser zu binden, dient das Fasziengewebe als nützlicher Wasserspeicher. Faszien sind kaum dicker als einen Millimeter und dennoch überaus reißfest. Sie bestehen vornehmlich aus Wasser, diversen Klebstoffen und Kollagenfasern. Diese Mischung sorgt für ausreichend Elastizität und macht die Bewegung von Organen und Muskeln geschmeidig.


Das Fasziengewebe wird in drei Gruppen unterteilt:

  • Oberflächliche Faszien

Sie bestehen aus lockerem Faszien- und Fettgewebe und befinden sich im Unterhautgewebe. Die oberflächlichen Faszien sind dafür zuständig, Gewebe und Organe miteinander zu verbinden und Wasser und Fett zu speichern. Sie ermöglichen auch die Verlagerung und Bewegung von Organen.

  • Die tiefen Faszien

Sie besitzen die größte Anzahl an Fasern und umschließen Muskeln, Gelenke und Knochen. Außerdem separieren sie die einzelnen Muskelfasern in einem Muskel voneinander, damit diese nicht aneinander reiben. Tiefe Faszien besitzen zudem zahlreiche sensorische Rezeptoren, welche sowohl auf Temperaturunterschiede als auch auf chemische und mechanische Reize reagieren. Auch Sehnen, Bänder, Sehnenplatten und Gelenkkapseln gehören zur Kategorie der tiefen Faszien. Die Schmerzrezeptoren der im Fasziengewebe enthaltenen peripheren Nervenenden reagieren auf Verletzungen der Nerven sowie auf Schädigungen der Faszien selbst.

  • Viszerale Faszien

Sie tragen die Verantwortung der Einbettung und Aufhängung des Gehirns sowie aller inneren Organe. Daher wird jedes einzelne Organ zum Schutz mit einer doppelten Faszienschicht umhüllt. Brust- und Bauchfell, Herzbeutel und Hirnhaut gehören ebenfalls zu den viszeralen Faszien.

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Der Zusammenhang von Faszien und Lymphgefäßen

Nicht nur Blutgefäße durchlaufen das Fasziengewebe, auch Lymphgefäße sind dort vorzufinden. Die enthaltene Lymphflüssigkeit transportiert wichtige Nährstoffe zu den Zellen und ist für den Abtransport von Schadstoffen und Abfallprodukten von den Zellen verantwortlich. Der sogenannte Lymphfluss wird maßgeblich durch ausreichend Muskelaktivität intakt gehalten. Bei mangelnder Bewegung wird der Lymphfluss gehemmt und ein Lymphstau kann entstehen.

Als Folge eines Lymphstaus kann sich nun der Blutgerinnungsfaktor Fibrinogen, der normalerweise gelöst durch die Lymphe transportiert wird, im Gewebe absetzen und wird anschließend zu Fibrin abgebaut. Bei Fibrin handelt es sich um eine Art „Klebstoff“, den der Körper selbst herstellt und ursprünglich für das Verschließen von Wunden zuständig ist. In diesem Fall jedoch verklebt das Fibrin das Fasziengewebe und es kommt zu Schmerzen.


Verklebte und verhärtete Faszien als Ursache für Schmerzen

Mangelnde Bewegung und auch andauernder Stress können somit zu einer Verklebung oder Verhärtung des faserreichen Gewebes führen. Und das zieht unweigerlich körperliche Beschwerden nach sich. Die betroffenen Stellen sind weniger flexibel, was wiederum die Bewegung der entsprechenden Muskelfasern einschränken kann. Auch Quetschungen von Nerven, die durch das verklebte Gewebe verlaufen, können zu unangenehmen Schmerzen führen. Besonders häufig ist der Rücken- und Nackenbereich betroffen. Dabei handelt es sich nur in den seltensten Fällen, wie oft vermutet, um die Bandscheiben. Da verklebte Faszien nicht durch ein Röntgenbild ausgemacht werden können, sollte man immer auch eine ganzheitliche Diagnose in Betracht ziehen.


Erhöhtes Risiko mit zunehmendem Alter

Generell verfügen ältere Menschen über einen geringeren Flüssigkeitshaushalt als jüngere. Mangelnde Flüssigkeit kann zur Schädigung des Fasziengewebes führen. Ursprünglich herrscht in dem Bindegewebe ein gut ausgeglichenes Verhältnis von wässrigen und faserigen Anteilen, welches sich bei fehlender Flüssigkeit verschieben kann. Die Kollagenfasern älterer Menschen sind somit fester und unflexibler als die jüngerer Menschen. Mit der Zeit „verknoten“ sich die Gewebestränge und verbinden sich zu einem stark verklebten und verhärteten Knäuel. Die Folge: Muskeln werden zunehmend unbeweglicher und die Gelenke fangen an zu schmerzen. Je älter man wird, desto mehr sollte man auf eine ausreichende Trinkmenge achten und regelmäßig seine Faszien trainieren.


Verletzungen der Faszien: Muskelkater & Co.

Auch bei alltäglichen Aktivitäten wie Sport oder unkontrollierten Bewegungen kann es zu Verletzungen der Faszien kommen. Bereits ein leichter Muskelkater deutet auf eine Schädigung der kollagenen Fasern hin. Übertriebene Workouts und Fehlhaltungen können die Muskulatur überdehnen und belasten, was feine Risse in den Faszien hervorruft. Im Gegensatz zu einer Muskelzerrung oder einem Faserriss heilt der Muskelkater jedoch innerhalb weniger Tage wieder ab. Ob Fersensporn, Tennisarm oder Sehnenentzündungen – alle haben eines gemeinsam: Verletzungen des Fasziengewebes, die nicht nur schmerzhaft sondern auch langwierig sein können. Auch durch Schnittwunden, Operationen und Knochenbrüche schädigen das sensible Gewebe.


Faszientraining hilft vorzubeugen!

Wer das Fasziengewebe gezielt trainieren möchte, sollte auf sanfte und dynamische Dehnübungen achten. Bestens geeignet sind hierfür Yoga, Pilates, Qi Gong oder Tai Chi. Aber auch Tanzen eignet sich gut um durch harmonische Bewegungen die Faszien geschmeidig zu halten. Da sich das Gewebe nur langsam verändern lässt und neue Bindegewebszellen bildet, ist regelmäßiges Training empfehlenswert. Eine sogenannte Faszienrolle ist ein ideales Hilfsmittel, um das Gewebe zu stärken und die Durchblutung zu fördern. Alternative Heilmethoden wie beispielsweise Osteopathie sind perfekt, um das richtige Training zu erlernen oder zu vertiefen. Die regelmäßige Anwendung der Schaumstoffrolle sowie die Durchführung entsprechender Übungen können chronischen Schmerzen vorbeugen und dabei helfen, bereits geschädigte Gewebe dauerhaft zu regenerieren.

 

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