Arthrose (Arthrosis deformans)

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Arthrose

Es handelt sich um eine degenerative Gelenkerkrankung mit Zerstörung des Gelenkknorpels. Besonders häufig tritt sie im Alter als Verschleißerscheinung auf.

Der Knorpel wird aufgerieben (Auffaserung), es kommt zu Einrissen und Abrissen kleiner Knorpelteile. Der Knochen unter den Knorpelrändern kann sklerosieren. Es kommt zu An- und Umbauprozessen am Gelenk (Knochenwucherung, Zystenbildung, Kapselveränderung). Außerdem zu einer schmerzhaften Synovialitis (Entzündung der Gelenkmembran), also einer Entzündung des Gelenks (Arthritis).

Verschiedene Arten von Arthrosen:

  • Hüftgelenksarthrose (Coxarthrose) ist die häufigste Form der Arthrose. Besonders Frauen im Klimakterium sind davon betroffen, aber auch Männer leiden mit zunehmendem Alter häufiger darunter. Zunächst helfen Physiotherapie und Gehhilfen. Im fortgeschrittenen Stadium kann oft nur noch eine Hüftgelenksprothese zur Beschwerdefreiheit führen.
  • Kniegelenksarthrose (Gonarthrose) ist die zweithäufigste Form der Arthrose. Ähnlich wie das Hüftgelenk ist auch das Kniegelenk hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt. Einen Mindestmaß an Belastung wird gebraucht, damit das stoffwechselarme Knorpelgewebe ausreichend ernährt wird. Im Alter addieren sich Verschleißerscheinungen mit Bewegungsmangel, was zum Fortschreiten einer Gonarthrose führt. Bei jungen Menschen spielen Sportverletzungen bei Knorpelschäden im Kniegelenk.
  • Wirbelsäulenarthrose (Spondylarthrose) entsteht auch häufig als Verschleißerscheinung im Alter. Aber auch Verkrümmungen der Wirbelsäule (wie Skoliosen und Kyphosen) belasten durch eine ungleiche Druckverteilung die Gelenkflächen der Wirbelsäulengelenke. Veränderungen in der Anatomie der Wirbelsäule führen häufig zu Irritationen der Spinalnerven möglich, weshalb eine Spondylarthrose ähnliche Begleitsymptome wie ein Bandscheibenvorfall verursachen kann.

Fingerpolyarthrose (Heberden-Polyarthrose) tritt vorwiegend bei Frauen im Klimakterium (geschlechtsgebunden dominante Vererbung) auf. Es sind v.a. die Fingerendgelenke betroffen, wo es zu den typischen Heberden-Knötchen (erbsengroße Verdickungen mit Hyaluronsäure) an den betroffenen Gelenken

  • Primäre Formen:
    • Überbelastung durch schwere körperliche Arbeit, Übergewicht und Sport
    • Stoffwechselstörung – als kapillarfreies Gewebe hat der Knorpel eine langsame Stoffwechselaktivität (bradytrophes Gewebe), wodurch seiner Regenerierbarkeit natürliche Grenzen gesetzt sind. Dadurch machen sich Alterungsprozesse, Stoffwechselstörungen und Überbeanspruchung im Knorpel besonders bemerkbar.
  • Sekundäre Formen:
    • Angeborene Fehlbildungen wie flache Gelenkpfannenbildung, Subluxation und Luxation der Gelenke
    • Wachstumsstörungen im Epiphysenbereich
    • Hormonelle Veränderungen
    • Medikamentöse Formen (Nebenwirkung von Antibiotika der Gruppe Fluorchinolone)
    • Erworbene Gelenkdeformierungen durch:
      • Entzündliche Gelenkerkrankungen (v.a. rheumatische aber auch nicht-rheumatische)
      • Gelenktraumata
      • Skoliose, Beckenschiefstand, X-Beine, Plattfüße
      • Chronisch nicht-entzündliche Arthropathie

Im Röntgenbild erkennt man Gelenkspaltverschmälerung, unebene Gelenkflächen, Sklerosierungen, Zystenbildungen und Randwülste.

In der Anamnese werden Gelenkschmerzen beschrieben, die meist nur einzelne Gelenke betreffen. Bei bestimmten “falschen” Bewegungen können starke Schmerzen auftreten.

  • Anfangs Steifheitsgefühl in den Gelenken.
  • Dann kommt es der Reihe nach typischerweise zu:
    1. Anlaufschmerz („wie eingerostet“)
    2. Dann Belastungsschmerz (bei „falschen“ Bewegungen)
    3. Und schließlich Dauerschmerz (in Ruhe und Nachts)
  • Außerdem treten Gelenkgeräusche, Gelenkinstabilität, Kontrakturen (Verwachsung der Gelenkflächen, die zu Bewegungseinschränkung bis zur Zwangsstellung des Gelenks führen kann), Fehlstellungen und Muskelatrophien.
  • Es kann eine reaktive Arthritis, d.h. eine Gelenkentzündung als Folge der Schädigung des Gelenks auftreten.
  • Vermeidung von Belastungen, Physiotherapie und Bewegungsübungen (Radfahren und Schwimmen entlasten die Gelenke, aber trainieren Gelenke und Muskulatur), Massagen
  • medikamentös: Antiphlogistka, Glukokortikoide (Kortison), u.a.
  • orthopädische Hilfsmittel (Gehstock, Orthese)
  • nach erfolgloser konservativer Therapie operativ (z.B. Hüftgelenksprothese)

Alternative Therapie

Naturheilkundlich kommen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten In Frage. Bewährt haben sich Anwendungen zur Verbesserung der Durchblutung und damit besseren Nährstoffversorgung der Gelenke, wie Schröpfmassagen, Cantharidenpflaster, Baunscheidtieren, Blutegeltherapie und Kneipp´sche Wechselduschen.

Als Nährstoffpräparate zur Regeneration des Knorpels dienen Glucosamine und Chondroitine. Bei gleichzeitiger Entzündungen (Arthritis) gibt es positive Erfahrungen mit organischem Schwefel (MSM = Methylsulfonylmethan). In Einzelfällen scheinen hochdosierte Vitamin D-Gaben zu helfen.