Molybdän – wichtig für den Purin- und Schwefelstoffwechsel

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Molybdän ist als Spurenelement essentiell. Unter anderem trägt es zum Abbau von Harnsäure und schwefelhaltiger Aminosäuren bei. Es ist wichtig für den Stoffwechsel und Bestandteil vieler Enzyme. Molybdän kommt in der Leber, der Haut, der Lunge und den Knochen vor. Auch in den Zähnen findet es sich wieder und fördert dort den Einbau von Fluor, wobei es gleichzeitig das Bakterienwachstum hemmt. Es unterstützt die Energiegewinnung und stärkt zeitgleich das Abwehrsystem. Molybdän aktiviert verschiedene Eiweiße und beugt Allergien vor.

Das Spurenelement muss dem Körper über die Nahrung in einer ausreichenden Menge zugeführt werden. Fisch, Fleisch und Getreideprodukte haben sich als gute Lieferanten erwiesen. Werden Lebensmittel industriell verarbeitet, geht ein Großteil des Molybdän dabei verloren. Zudem schwankt der Gehalt in den einzelnen Lebensmitteln, da er stark vom Boden abhängig ist. Neben einer Unterversorgung kann es auch zu einem Überschuss des Elements kommen, von dem der Körper nicht mehr als rund 100 µg täglich benötigt. Eine Überversorgung ist jedoch sehr selten, kann aber zu Beschwerden wie Durchfall und Gelenkschmerzen (Aufgrund der vermehrten Harnsäurebildung) führen.


Molybdän als Antioxidans

Xanthinoxidase, ein Enzym welches Molybdän enthält, ist für den Abbau von Purin zu Harnsäure verantwortlich. Eine Überversorgung mit dem Enzym-Baustein kann zu erhöhten Harnsäurewerten führen und einen Gichtanfall auslösen. Ein zu niedriger Spiegel ist ebenfalls nicht gut, da Harnsäure als Fänger von freien Radikalen fungiert. Eine ausgewogene Menge des Spurenelements fördert einen normalen Harnsäurespiegel und ist daher für die Gesundheit wichtig.


Eisen- und Schwefelstoffwechsel

Eine ebenfalls wichtige Rolle spielt Molybdän beim Eisen- und Schwefelmetabolismus. Xanthinoxidase, abhängig von Molybdän, wird nicht nur für den Transport von Eisen, sondern auch für den Eisenspeicher bzw. Vorrat benötigt. Sulfitoxidase, ebenfalls ein von Molybdän abhängiges Enzym, wird benötigt, um schwefelhaltige Verbindungen abzubauen.


Ursachen für einen gestörten Molybdän Haushalt

Auch wenn Molybdän als Spurenelement noch recht unbekannt ist, übernimmt es viele Aufgaben und gehört zu den lebensnotwendigen Stoffen im menschlichen Körper.  Entzündliche Darmerkrankungen können zu einer verminderten Aufnahme des Spurenelements führen. So kann es bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa zu hohen Molybdänverlusten von bis zu 400 µg am Tag kommen kann.

Lebensmittel, die industriell verarbeitet werden, verlieren ebenfalls eine große Menge Molybdän. So zum Beispiel bei der Verarbeitung und Herstellung von Mehl, wo rund 40 % Molybdän verloren gehen. Wird Zucker raffiniert, bleibt das Spurenelement als “Abfall” in der Melasse. Gesünder wäre es, die Melasse zu verzehren, als den weißen Süßmacher. Ist die Ernährung zu einseitig und werden viele Konserven oder Fertiggerichte verzehrt, kann sich im Laufe der Jahre ein Molybdänmangel einstellen. Auch der Gehalt an Molybdän in den Ackerböden schwankt mitunter stark. Biogemüse ist im Allgemeinen reicher an Mineralstoffen und Spurenelementen, da es nachhaltig kultiviert wird.


Folgen eines Molybdän Mangels

Ein Mangel an Molybdän hat verschiedene Folgen. Nicht selten zeigen sich Müdigkeit und Haarausfall als Anzeichen eines Mangels. Da sich das Spurenelement auch in den Zähnen findet und dort den Einbau von Fluor fördert, kann Karies ein weiteres Anzeichen für eine mangelnde Versorgung sein. Bei veränderten Harnsäurewerten im Blut sollte der Molybdän-Spiegel kontrolliert werden. Ebenfalls können sich bei einem Mangel Nierensteine bilden.

Des Weiteren kann es zu Fertilitätsstörungen bei Männern und Frauen kommen. Beim Mann zeigt sich die Störung der Fruchtbarkeit durch mangelnde Qualität und/oder Anzahl der Samenzellen. Bei Frauen kann es zu Anomalien, Erkrankungen der Geschlechtsorgane und/oder fehlerhaften Eizellen kommen.


Supplementierung

Es wird empfohlen, täglich eine Menge von 50 bis 100 µg Molybdän aufzunehmen. Wird das Spurenelement therapeutisch dosiert, liegt die verordnete Menge oft höher und erreicht 150 bis 1000 µg Molybdän täglich. Präventiv und begleitend kann das Spurenelement auch bei verschiedenen Krebsarten, in erster Linie bei solchen, die auf eine Hormonzufuhr ansprechen, verabreicht werden. Eine Überdosierung durch die Zufuhr von Nahrungsmitteln ist nahezu ausgeschlossen. Bei einer extrem hohen Zufuhr kann es unter Umständen zu Magen-Darm-Beschwerden und Gelenkschmerzen kommen.

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