Lebensmittel mit thermischen Effekten – gesund mit TCM und Ayurveda

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Laut der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) gibt es Nahrungsmittel, die nach dem Verzehr kühlende oder wärmende Eigenschaften entfalten. Die thermische Wirkung basiert diesbezüglich nicht nur auf der tatsächlichen Temperatur, sondern vor allem auf den charakteristischen Inhaltsstoffen von Gewürzen und Co. Auch die Ernährungstherapie nach Ayurveda beschäftigt sich mit der thermischen Wirkung von Speisen. Je nach individuellem Befinden oder Jahreszeit können diese Effekte genutzt werden, um sich im Winter von innen zu wärmen oder Entzündungen mit kühlenden Lebensmitteln zu lindern. Folgende Übersicht nennt alternativ-medizinische Aspekte ausgewählter Lebensmittel.


Ernährungstherapie nach TCM versus klassische Medizin

Laut Theorie der TCM gibt es als thermische Wirkung nicht nur kühlend und wärmend, sondern auch neutral, heiß und kalt. Diesbezüglich gilt der bewusste Genuss ausgewählter Speisen in der Ernährungsberatung nach TCM als therapeutisches Mittel. Über den Verzehr bestimmter Lebensmittel soll das Wohlbefinden und der gesundheitliche Zustand direkt beeinflusst werden können. Die Schulmedizin steht solchen Aussagen eher kritisch gegenüber und nutzt thermische Effekte nur als lokale Therapie. In diesem Zusammenhang ist das Capsaicin der Chili in schmerzlindernden Salben oder Wärmepflastern bei Muskelverspannungen zu nennen. Während aus klassisch medizinischer Sicht eine äußere Kühlung der Haut einen positiven Einfluss auf Entzündungsprozesse nehmen kann, funktioniert dieser Aspekt laut TCM auch über eine Ernährungstherapie. Diesbezüglich soll der Verzehr von kalten Lebensmitteln Entzündungsprozesse bei Gastritis und Co. reduzieren können. Auch weitere alternative Medizinformen setzen beispielsweise auf die kühlenden Effekte von Milchprodukten – beispielsweise ein Quarkwickel – bei Sonnenbrand.


Thermische Nahrungseffekte aus Sicht von Ayurveda

Die Ernährungstherapie nach Ayurveda nutzt ebenfalls das thermische Potential des Essens. Dabei sollen solche Nahrungsmittel bevorzugt verzehrt werden, die dem jeweils dominierenden Dosha – also der charakteristischen Konstitution Vata, Pitta oder Kapha – entgegengesetzt wirken. Dem leicht frierenden Vata-Typ werden zum Beispiel heiße Milch mit Gewürzen wie Ingwer und Zimt empfohlen, um das Vata zu reduzieren. Der „feurige“ Pitta-Typ profitiert laut Ayurveda wiederum von kühlenden Speisen wie rohem Obst, Salat, Basmatireis und Pfefferminze. Gleiches gilt für Dill, Petersilie oder Zitronenmelisse und den Verzicht von wärmenden Gewürzen und frittierten Speisen. Dem Konstitutions-Typ Kapha wird wiederum eine leichte Kost – basierend auf Obst und Gemüse in roher oder gedünsteter Form – ans Herz gelegt.


Kühlende und wärmende Getränke – „Flüssiges Obst“ versus Yogitee

Während im Winter grüner oder schwarzer Tee sowie Kaffee seine anregende Wirkung bevorzugt als heißer Aufguss entfaltet, können diese beliebten Heißgetränke auch kalt serviert werden. Laut TCM gilt Kaffee und Kakao als „heiß“, wobei die Wirkung durch das Servieren mit Eiswürfeln – à la Eiskaffee oder Eisschokolade – reduziert wird. Grüner Tee wird wiederum als kühlend kategorisiert. Gewürztees wie der Klassiker Yogitee wirken hingegen wärmend bis heiß. Ein Ingwer-Aufguss sorgt beim Genuss für wohlige Wärme und eignet sich ideal als leicht anregendes Getränk am Morgen für Personen, die auf Coffein verzichten möchten. Kräuter- und Früchtetee zählen zu den kühlenden Getränken und Obstsaft entwickelt im Körper laut TCM einen kalten Effekt.


Sommergenuss – Lauwarmer Pfefferminz-Tee statt Eistee

Auch Pfefferminz-Tee ist für seine kühlenden Effekte bekannt. Die erfrischende Wirkung wird intensiviert, wenn dieser – wie in arabischen Ländern typisch – lauwarm getrunken wird. Dieser Aspekt basiert unabhängig von TCM auf der Erkenntnis, dass der Organismus nach dem Genuss eines eiskalten Getränks regulierend eingreift. Entsprechend reagiert unser Körper mit einer Wärmeentwicklung auf den Kälteeffekt. Bei zu heißen Speisen sorgt der Körper – über eine Aktivierung des Schwitzens – zur Abgabe überschüssiger Wärme, sodass der Genuss von heißem Pfefferminz-Tee im Sommer wieder kontraproduktiv wäre.


Zubereitungsarten mit thermischen Effekten

Die thermische Wirkung kann zusätzlich über die Zubereitungsart beeinflusst und auf Wunsch intensiviert werden. Während blanchieren, backen, dünsten, dampfgaren, kochen oder schmoren laut TCM wärmend wirkt, sorgt das Marinieren in Sojasoße für einen kühlenden Effekt. Für ein intensiv wärmendes Ergebnis können Lebensmittel gegrillt, gebraten, frittiert oder geröstet werden. Scharfe Gewürze wie Chili oder Pfeffer unterstützen die Wärmeentwicklung.

Hingegen sorgt das Tiefkühlen oder Einlegen in Salz für deutlich kühlende Effekte. Auch der Zerkleinerungsgrad kann die thermische Wirkung von Speisen beeinflussen. In diesem Zusammenhang wärmen geriebene oder pürierte Lebensmittel beim Genuss. Während rohe Tomaten laut TCM als kalt eingestuft werden, werden sie beim Erhitzen zu einem leicht kühlenden bis neutralen Gemüse. Ein kühlender roher Apfel wird als gekochter Kompott neutral und entwickelt – insbesondere frisch dampfend – samt Zimt, Ingwer und Nelken wärmende Eigenschaften.


Von der kühlenden Orange bis zur wärmenden Zwiebel

Gemüse wie Gurke und Co. wird laut TCM als kalt bis neutral und Obst – insbesondere Zitrusfrüchte wie Orange oder Zitronen – als kalt bis kühlend kategorisiert. Als Ausnahmen sind wärmende Aprikosen, Kirschen oder Pfirsiche und Fenchel, Lauch und Kohl wie Rotkohl zu nennen. Gleiches gilt für Kürbis oder Zwiebeln, die nach dem Verzehr ebenfalls Wärmeeffekte entwickeln. Während Getreide und Hülsenfrüchte neutral wirken, gilt Hafer als leicht wärmend – insbesondere als frisch gekochter Porridge – und Gerste und Weizen als kühlend.

Auch bei den Milchprodukten, die zu den neutralen Lebensmitteln zählen, gibt es Ausnahmen. In diesem Zusammenhang sind gesäuerte Produkte wie Buttermilch oder Joghurt kalt bis kühlend. Schafs- oder Ziegenmilch entwickelt wiederum wärmende Effekte. Gewürze wie Chili, Ingwer, Zimt oder Kreuzkümmel werden als wärmend bis heiß und Salbei sowie Minze als kühlend eingestuft. Und nicht zuletzt sind Öle und Fette laut TCM neutral.


Geschmacksrichtungen mit thermischen Effekten nach Ayurveda

Laut altindischer Ernährungstherapie können auch die verschiedenen Geschmacksrichtungen wärmende oder kühlende Eigenschaften induzieren. Diesbezüglich werden saure und scharfe Speisen mit heißen Effekten assoziiert. Gleiches gilt für salzige Kost. Bittere und adstringierende (zusammenziehende) Lebensmittel entwickeln nach dem Verzehr wiederum eine kühlende Wirkung.


Fazit

Auch wenn für die thermischen Effekte der Ernährungstherapie nach Ayurveda und TCM wissenschaftliche Studienergebnisse fehlen, sind zahlreiche Wirkungen bekannt. Dies gilt beispielsweise für die Wärmeffekte von Chili, Ingwer und Zimt oder die kühlende Wirkung von Joghurt oder lauwarmem Pfefferminztee. Am besten Sie probieren es selbst aus!

 

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