Kupfer – wichtig für Blutbildung und Bestandteil von Enzymen

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Kupfer, Spurenelement, Metall

Kupfer ist ein essentielles Spurenelement

Kupfer ist ein wichtiges Spurenelement, das an vielen Körperfunktionen beteiligt ist. Der Körper benötigt es unter anderem für das Abwehrsystem und die Nervenzellen. Wichtig ist Kupfer auch für die Blutbildung und die Energiegewinnung. Von dem essentiellen Spurenelement kommen im Körper ca. 100 – 150 mg vor, die sich überwiegend im Skelett, den Muskeln und Organen, aber auch dem Gehirn wiederfinden. Das Spurenelement ist nicht nur an der Bildung von Hämoglobin beteiligt, sondern auch an der Pigmentierung. Der Körper benötigt Kupfer, um Melanin bilden zu können. Melanin ist ein Pigment, das Haut und Haaren Farbe verleiht.

Kupfer kommt in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln vor und muss dem Körper über die Nahrung zugeführt werden. Bei einer ausgewogenen Ernährung ist eine Unterversorgung daher eher selten. Besonders reich an Kupfer sind Schalentiere, Fische und Innereien. Ein Kupfermangel kann verschiedene Folgen haben. Dazu gehören unter anderem Blutarmut, Schlafstörungen, Störungen in der Haarstruktur oder mangelnder Appetit und Gewichtsverlust.

Kupfer für die Blutbildung

Das Spurenelement spielt eine wichtige Rolle bei der Blutbildung. Genauer gesagt wird es für die Bildung von Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff, benötigt. Diese roten Blutkörperchen sind wichtig für die Aufnahme von Sauerstoff aus der Atemluft und sorgen dafür, dass dieser an die Zellen verteilt wird. Werden die Zellen nicht mit ausreichend Sauerstoff versorgt, können verschiedene Prozesse nicht mehr richtig funktionieren. Zudem wird das Spurenelement für die Aufnahme von Eisen benötigt.

Pigmentierung

Der Körper benötigt das Spurenelement zur Bildung von Melanin. Dabei handelt es sich um ein Farbpigment, das der Haut und den Haaren Farbe verleiht. Kupfer ist Bestandteil des Enzyms Tyrosinase, dass für die Synthese von Melanin gebraucht wird. Zusammen mit der Aminosäure Tyrosin kann es die Pigmentbildung anregen und so zum natürlichen Sonnenschutz beitragen.

Kupfer für Knochen und Bindegewebe

Das Spurenelement aktiviert Enzyme die dafür sorgen, dass alte Bindegewebsbestandteile abtransportiert wird. Zudem vernetzt es Elastin- und Kollagenschichten. Beides sind wichtige Eiweiße im Bindegewebe. Diese Bindegewebseiweiße sind wichtig für die Elastizität und bilden die Struktur von Knochen, Bindegewebe, Knorpel, Bändern und den Blutgefäßen.

Kupfer für das Zentralnervensystem

Wird das Zentralnervensystem mit zu viel oder zu wenig Kupfer versorgt, kann es zu Störungen kommen. Das Spurenelement ist an der Bildung von Myelinschichten beteiligt, welche sich als schützende Schicht um die Axone der Nervenfasern legen. Zudem wird es als Co-Faktor bei der Synthese bestimmter Neurotransmitter gebraucht und beeinflusst somit unsere Nervenfunktion.

Immunsystem

Das Spurenelement kann Krankheitserreger bekämpfen und das Immunsystem stärken. Kommt zu wenig Kupfer im Körper vor, kann die Anfälligkeit für Infekte steigen.

Kupfer als Antioxidans bei Arthritis

Das Spurenelement hat eine entzündungshemmende Wirkung. Gleichzeitig ist es an der Regulierung des Enkephalinspiegel beteiligt und kann helfen Schmerzen zu lindern. Enkephaline binden an die Opioidrezeptoren und können somit das Schmerzempfinden regulieren. Durch Kupfer wird zudem oxidativer Stress gemindert, denn es ist Bestandteil des antioxidativen Enzyms Superoxiddismutase (SOD). Oxidativer Stress kann bei Arthritis zur Morgensteifigkeit führen.

Ursachen für einen gestörten Kupfer-Haushalt

Auch wenn das Spurenelement nur in kleinen Mengen benötigt wird, kann es bei einer niedrigen Zufuhr zu einem Mangel und verschiedenen Störungen kommen. Kupfer muss dem Körper täglich über die Nahrung zugeführt werden, da das essentielle Spurenelement nicht selbst produziert werden kann. Bei einer einseitigen und nicht ausgewogenen Ernährung wird der Körper nicht mehr in ausreichender Menge mit dem Spurenelement versorgt. Selen, ein weiteres Spurenelement, kann die Aufnahme von Kupfer positiv beeinflussen.

Als Auslöser für einen Mangel können auch zinkhaltige Nahrungsergänzungsmittel in Betracht kommen. Beide Elemente stehen in Konkurrenz zueinander und versuchen sich gegenseitig aus den Zellen zu verdrängen.

Krankheiten können den Kupfer-Haushalt auch beeinträchtigen. Chronische und/oder entzündliche Darmerkrankungen und Nierenfunktionsstörungen haben ebenfalls Einfluss auf das Vorhandensein von Kupfer. Bei einer Entzündung der Nierenkörperchen (Glomerulonephritis) kann es zur Anreicherung von Kupfer im Blut kommen.

Überdosierung von Kupfer

Bei einer ausgewogenen Ernährung ist es kaum möglich, dem Körper zu viel Kupfer zuzuführen. Eine Überdosierung kann jedoch durch kupferhaltige Nahrungsergänzungsmittel ausgelöst werden. Östrogenhaltige Antikonzeptiva (“die Pille”) können zu erhöhten Kupfer-Spiegeln im Blut führen.

Eine Überversorgung kann gesundheitliche Folgen haben und sich unter anderem durch Entzündungen der Atemwege und Gelenke, sowie Nervosität, emotionale Labilität oder Hyperaktivität bemerkbar machen. Eine Vergiftung mit großen Mengen Kupfer kann zu Schäden des Gehirn und der Leber führen. Bei der sogenannten Kupfer-Speicherkrankheit (Morbus Wilson) ist die Ausscheidung von Kupfer gestört und das Spurenelement reichert sich zu stark im Körper an. Zur diagnostischen Abklärung sollte der Coeruloplasmin-Spiegel bestimmt werden. Niedrige Werte des Transportproteins deuten auf die Speicherkrankheit hin, die (im Laufe der Jahre) zu einer Leberzirrhose führen kann. Um dies zu vermeiden, muss bei bestehender Erkrankung eine weitere Kupfer-Aufnahme unbedingt vermieden werden.

Folgen eines Kupfer-Mangels

Da Kupfer an der Bildung der roten Blutkörperchen beteiligt ist, kann eine Anämie die Folge eines Mangels sein. Auch Schlafstörungen gehören zu den Symptomen. Da von einem Mangel auch das Bindegewebe und die Knochen betroffen sind, können sich Störungen in der Skelettstruktur zeigen. Die Anfälligkeit für Infekte nimmt zu und es kann zu  Appetitmangel und einem Gewichtsverlust kommen.

Weitere Symptome bei einer Unterversorgung mit dem Spurenelement sind Arteriosklerose, spröde Haare, Pigmentierungsstörungen und Entwicklungsstörungen.

Nicht selten ähneln die Symptome einem Vitamin C Mangel, da ein Mangel an Kupfer auch zu skorbutähnlichen Symptomen führen kann. Skorbut wird jedoch durch einen schweren Mangel an Vitamin C ausgelöst und betrifft in erster Linie die Knochen, den Knorpel, das Bindegewebe und die Blutgefäße. Es kommt ebenfalls zum Leistungsabfall und zu Schwächegefühlen. Wird dem Körper zu wenig Vitamin C zugeführt, kann die Aufnahme von Kupfer gestört werden.

Supplementierung

Die täglich empfohlene Menge beträgt 1,0 – 1,5 mg Kupfer pro Tag. Bei einer therapeutischen Dosierung sind 2 -4 mg des Spurenelements vorgesehen. In der Regel werden tägliche Gaben von bis zu 5 mg Kupfer gut vertragen. Wird das Spurenelement höher dosiert, kann es jedoch zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall kommen. Vor der Einnahme sollte der Kupferwert im Blut und am besten auch der Coeruloplasminspiegel bestimmt werden. Bei bestehender Kupfer-Speicherkrankheit darf kein Kupfer zugeführt werden.

 

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