Colitis ulcerosa

0
182
Colitis-ulcerosa, Colitis ulcerosa, Bauchschmerzen, Morbus Crohn

Colitis ulcerosa ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Dickdarms (CED). Die Entzündungen der Schleimhaut führen zu oberflächlichen Ulzerationen. Die Erkrankung verläuft in Schüben und geht mit blutig-schleimigen Durchfällen einher. Colitis ulcerosa ist neben Morbus Crohn die wichtigste chronisch entzündliche Darmerkrankung. In 10% der Fälle ist eine Unterscheidung zwischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa nicht möglich. Es kommen Mischformen vor.

Pathogenese:

Colitis ulcerosa kann zu den autoimmunen Erkrankungen gezählt werden, da es zur Einwanderung von T-Zellen in den Darm kommt. Die hierdurch ausgelösten Entzündungsreaktionen können zur Gewebeschädigung mit Geschwürsbildung (Ulzeration) führen. Diese bleiben meist auf die oberen Schleimhautschichten (Mukosa und Submukosa) begrenzt. Typischerweise sind die Entzündungsherde kontinuierlich, beginnen meist im Rektum und breiten ich in Richtung Dünndarm weiter aus.

Die Ursachen der Colitis ulcerosa sind nicht völlig geklärt. Vermutlich besteht ein Zusammenwirken von genetischer Veranlagung und verschiedenen Umweltfaktoren. Dabei können Ernährung, Infektionen aber auch die Psyche eine Rolle spielen.

 Naturheilkunde und Alternativmedizin

Aus ganzheitsmedizinischer Sicht werden Ernährung und Umwelttoxinen eine wichtige Bedeutung beigemessen. Auch eine Dysbiose – veränderte Darmflora – kann als Auslöser in Betracht kommen.

  • Röntgen, Kolonskopie
  • Der Dickdarm sieht glatt wie ein Fahrradschlauch aus, weil sich die Haustren (typische Einbuchtungen des gesunden Dickdarms) glätten.
Differentialdiagnose:
  • Divertikulitis, Dickdarmkrebs, Morbus Crohn, infektiöse Darmentzündungen, mikroskopische Colitis, Reizdarm, Nahrungsunverträglichkeiten 

  • In Schüben schleimig-blutige Durchfälle bis zu 20 Mal/Tag
  • Bauchschmerzen, Koliken, schmerzhafter Stuhldrang (Tenesmus)
  • Während Schüben und je nach Schwere der Erkrankung Fieber, Gewichtsabnahme und Anämie (aufgrund von Blutverlust)
  • Extraintestinale (außerhalb des Darm gelegene) Symptome sind möglich, aber seltener als bei M. Crohn. Dazu gehören Gelenkbeschwerden, Augenleiden, Hautveränderungen, Anämie
  • Leichte Form: Chronisch rezidivierend (ca. 70%), mit beschwerdefreien Intervallen
  • Mittlere Form: Chronisch kontinuierlich (ca. 25%), leichte Symptomatik, aber nie ganz beschwerdefrei.
  • akut fulminant (ca. 5%): kolikartige Schmerzen, sehr starke blutig-eitrige Durchfälle, hohes Fieber, Gefahr eines hypovolämischen Schocks.
Komplikationen:
  • Maligne Entartung nach jahrelangem Verlauf (20 – 30 Jahre) möglich. Je länger die Erkrankung besteht und umso schwerer der Verlauf, desto höher ist das Risiko.
  • Malabsorptionssyndrom, Starke Blutungen, Exsikkose (Austrocknung), Perforation (Durchbruch der Darmwand)
  • Toxisches Megakolon, akutes Abdomen mit Erbrechen, Ileus, Schock, Sepsis (Blutvergiftung) und Peritonitis (Bauchfellentzündung)

In leichteren Fällen werden 5-ASA-Präparate als Entzündungshemmer eingesetzt. In schwereren Fällen und in akuten Schüben kommen Glukokortikoide wie Prednisolon („Kortison“) als Immunsuppressiva zum Einsatz. Zunächst lokal als Klistier oder Rektalschaum, sofern das nicht ausreicht auch systemisch (oral oder per Infusion). In schwersten Fällen und bei gefährlichen Komplikationen kommt eine chirurgische Entfernung der betroffenen Darmabschnitte oder des gesamten Dickdarms in Frage.

Alternative Therapie

Nicht selten lassen sich Nahrungsunverträglichkeiten finden (meist in Form von IgG-Reaktionen auf bestimmte Nahrungseiweiße). Eine Auslassdiät kann die Entzündungsreaktionen im Darm lindern. Ebenso kann eine veränderte Darmflora Entzündungen auslösen und verstärken. Die Einnahme von Probiotika (wie Laktobazillen, Bifidobakterien und physiologischen E.coli) in Verbindung mit Präbiotika (Ballaststoffe wie Flohsamenschalen, Frukto-/ Oligosaccharide, Akazienfasern, resistente Stärke) kann die Darmflora aufbauen helfen und so Entzündungen reduzieren. Insbesondere physiologische E. coli des Stammes Nissle 1917 (Mutaflor) haben in Studien ihre Wirksamkeit bewiesen.

Allgemein entzündungshemmend sind eine zuckerarme und omega-3-reiche Ernährung. Gewürze wie Myrrhe und Kurkuma wirken zusätzlich entzündungshemmend. Kurkuma ist ein beliebtes Gewürz in der indischen Küche und durch das Rezept der „goldenen Milch“ („Kurkuma-Latte“) hierzulande sehr beliebt geworden.

Zur Regeneration der Darmschleimhaut eignen sich L-Glutamin (eine Aminosäure) und Lecithin (eine Fettart). Glutamin ernährt die Darmschleimhaut, Lecithine sind Bestandteile der Zellmembranen und bauen die Darmepithelien auf. Aufgrund der chronischen Durchfälle kann es zudem zu zahlreichen Nährstoffmängeln kommen. Häufig sind Defizite von Kalium, Magnesium, Eisen, Zink und Vitamin B12. Multinährstoffpräparate sind empfehlenswert. Sinnvollerweise werden die Defizite durch Blutuntersuchungen ermittelt und durch eine gezielte Substitution beseitigt.

Nikotin hat offenbar einen lindernden Einfluss auf die Entzündungen. Es kann ein Übermaß an Schwefelwasserstoff neutralisieren, der vermehrt im Darm von Colitis ulceroasa Patienten nachgewiesen werden konnte. In englischen und amerikanischen Studien konnten gute Erfolge durch die Verwendung von Nikotinpflastern nachgewiesen werden. Auch Rauchen kann die Entzündungen im Darm lindern, es ist jedoch aufgrund seiner gefäß- und lungenschädigenden Wirkung keineswegs zu empfehlen. Auch zu beachten ist, dass Rauchen/ Nikotin bei Morbus Crohn die genau gegenteilige Wirkung hat. Hier kann es die Symptome verstärken.