Arteriosklerose

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Arteriosklerose, Atherosklerose, Arterienverkalkung, Plaques

Arteriosklerose ist ein Sammelbegriff für degenerative Arterienveränderungen. Die häufigste Form ist die sogenannte Atherosklerose.

Sie ist der wichtigste Auslöser von Herzinfarkten und Schlaganfällen, die wiederum Todesursache Nr. 1 in den Industrienationen darstellen. Somit kommt der Prävention der Atherosklerose eine hohe Bedeutung zu. Als großer Risikofaktor gilt die sogenannte „Western Diet“ (Fastfood, fett- zucker und vitalstoffarme Ernährung) in Verbindung mit Bewegungsmangel und Zigarettenrauchen.

Pathogenese

Es kommt zu Veränderungen der Gefäßwand, wobei zunächst fettartige Substanzen (Schaumzellbildung), 
später auch Calcium (Arterienverkalkung) in die Gefäßwand eingelagert werden.

Die Folge dieser Einlagerung sind die Lumeneinengung, Verhärtung und Elastizitätsverlust der Gefäße. Im Zuge der Schaumzellbildung kommt es zu Entzündungsreaktionen, die dicke, brüchige, geschwürähnliche Einlagerungen entstehen lassen, sogenannte arteriosklerotische Plaques. Diese engen den Durchmesser der Gefäße weiter ein und bilden den Ausgangspunkt für lokale Thromben. Löst sich ein solcher Thrombus von der Gefäßwand, wird er als Embolus bezeichnet und kann einen Infarkt auslösem (z.B. Herzinfarkt oder Schlaganfall).

Die Entstehung Arteriosklerose kann verschiedene Gründe haben. Die Wahrscheinlichkeit steigt mit der Anzahl der Risikofaktoren, die eine Person in sich vereint.

Als Hauptrisikofaktoren gelten:

  • Rauchen
  • Übergewicht
  • Hyperlipidämie
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Bewegungsmangel

Die gefäßschädigende Wirkung von Zigarettenrauch ist bekannt. Das Risiko an Arteriosklerose zu erkranken steigt mit dem Lebensalter. Mit den Folgeerkrankungen des Rauchens verhält es sich ähnlich. Umso länger man raucht, desto höher ist das Risiko. Ab dem 35.-40. Lebensjahr nimmt die Wahrscheinlichkeit langsam zu, einen Herzinfarkt zu erleiden. Gibt man spätestens jetzt das Rauchen auf, hat man gute Chancen sein Risiko wieder zu senken.

Allerdings spielen auch Ernährung und das Gewicht eine wichtige Rolle. So führt die bereits erwähnte „Western Diet“ mit viel (tierischem Fett, Zucker und Weißmehl) zu Übergewicht und einem ungünstigen Blutfettspiegel. Denn die potentiell gefäßschädigenden LDL-Cholesterine nehmen hierdurch zu. Tauscht man die Ernährung gegen vollwertige Kost mit reichlich Omega-3-Fettsäuren ein, senkt man das LDL und erhöht das gefäßprotektive HDL-Cholesterin. Zwar beeinflussen auch genetische Faktoren den Blutfettspiegel, jedoch hat man mit der Ernährung einen entscheidenden Hebel für seine Gesundheit in der Hand.

Mit einer gesunden Ernährung nach obigem Prinzip und ausreichend Bewegung senkt man auch das Risiko an Diabetes mellitus Typ 2 und Bluthochdruck zu erkranken, wodurch zwei weitere wichtige entschärft werden.

Ein Mangel an B-Vitaminen (insbesondere Vitamin B12, B6 und Folsäure) führt zu einem erhöhten Homocystein-Spiegel, welcher wiederum das Risiko für Arteriosklerose steigen lässt.

Folgende Erkrankungen steigern das Risiko für Arteriosklerose:

  • Diabetes mellitus

Dabei kommt es zur Sklerose der großen und mittleren Arterien, aber auch zur 
Beteiligung der Arteriolen und Kapillaren, deren Folge Netzhaut- und Nierenerkrankungen und Neigung zur Gangränbildung an den Beinen sind.

  • Schilddrüsenunterfunktion

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) steigen die Cholesterinwerte im Blut und damit ein Risikofaktor für die Arteriosklerose.

  • Gicht

Im Blut ist der Harnspiegel erhöht. In den Gelenken werden Harnsäurekristalle abgelagert. Eine erhöhter Harnsäurespiegel (Hyperurikänmie) begünstigt die Entstehung der Arteriosklerose)

  • Morbus Cushing

Im Blut ist der Kortisolspiegel erhöht, entweder durch eine Überfunktion der Nebennieren oder eine Kortison-(Langzeit)therapie. Dauerhaft erhöhte Kortisolwerte begünstigen wiederum die Entstehung eines Diabetes mellitus.

  • Überfunktion der Nebenschilddrüse

Beim sogenannten Hyperparathyreoidismus wird durch vermehrte Bildung von Parathormon zu viel Calcium aus dem Knochen herausgelöst. In Folge steigt der Calciumspiegel des Blutes. Bei bestehender Gefäßwandschädigung kommt es zu verstärkten Kalkeinlagerungen in die Gefäße und einer weiteren Schädigung.

Folgende Feststellungen können den Untersucher auf eine vorliegende Arteriosklerose hinweisen:

  • Bei der Pulsmessung findet man einen palpatorisch verhärteten Radialpuls.
  • Auskultatorisch finden man im betroffenen Gebiet Strömungsgeräusche.
  • Bestehende Seitendifferenz in der Pulsqualität.
  • An der Augenhintergrundarterie kann man die Arteriosklerose bei der Untersuchung mit dem Augenspiegel feststellen.

Meist macht die Arteriosklerose über lange Zeit keinerlei Symptome. Noch bei einer bereits fortgeschrittenen Erkrankung kann die Leistungsfähigkeit weitgehend erhalten sein. Geklagt 
wird über Schmerzen, wobei Art und Lokalisation gegebenenfalls Rückschlüsse über den 
Sitz des Strömungshindernisses zulassen. Daneben kann es zu Parästhesien (Empfindungen wie Kribbeln, pelzig Sein, Ameisenlaufen), Kältegefühl oder rascher Ermüdbarkeit der 
minderdurchbluteten Extremität kommen. Wichtige Hinweise auf Arteriosklerose geben 
Blässe, marmorierte Haut, schlecht heilende Wunden Pilzerkrankungen zwischen Fingern 
und Zehen.

Eine nachlassende Leistungsfähigkeit und ein schnelles Aus-der-Puste-kommen kann Zeichen einer Koronarsklerose – einer Arteriosklerose der Herzkranzgefäße- sein.

Komplikationen

Folge der Arteriosklerose ist häufig die arterielle Verschlusskrankheit (AVK).

Fortschreitende Lumeneinengung

Lokale Gefäßverschlüsse

  • Periphere arterielle Verschlüsse (pAVK), wie der Verschluss einer Beinarterie
  • Sauerstoffmangel im Gewebe (Hypoxie) und Schwächung eines Organs (z.B. Angina pectoris und Herzmuskelschwäche)
  • Nekrosen, Gangränbildung

Ablösung von Thromben

Embolus verursacht Infarkt

  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Darminfarkt
  • etc. 

Die häufigsten Komplikationen sind Herzinfarkt, Apoplex (Gehirnschlag), Niereninfarkt, 
Nekrosen und Gangrän.

Die beste Therapie ist bekanntlich die Prävention. Prävention bedeutet die Risikofaktoren zu meiden:

  • Tabak meiden
  • Gewicht normalisieren
  • Blutdruck regulieren
  • Ausreichend Sport und Bewegung
  • Gesunde Ernährung (pflanzliche Öle, weniger tierische Fette)

Die medizinische Therapie will zum einen die Risikofaktoren senken, zum anderen bestehende Gefäßverengungen und Verschlüsse behandeln. Hierbei gibt es medikamentöse und invasive Verfahren.

Medikamentös: 

  • Blutdrucksenker (Beta-Blocker, ACE-Hemmer, etc.)
  • Cholesterinsenker (Nutzen umstritten!)
  • Gerinnungshemmung (ASS, Cumarine, etc.)
  • Insulin bei Diabetikern

Invasiv:

  • Bypassoperationen
  • Chirurgische Thrombenentfernung
  • Aufdehnungen mittels Ballondilatation oder Stent

Alternative Therapie

Aus naturheikundlicher Sicht steht die Beseitigung der Risikofaktoren im Vordergrund: Abbau von Übergewicht, Behandlung des Diabetes mellitus, Senkung von erhöhten Harnsäure- und Fettwerten im 
Blut, kein Nikotin. Präventiv sind eine gesunde Ernährung (wenig Weißbrot, wenig gesättigte Fettsäuren, reichlich Omega-3-Fettsäuren und Ballaststoffe), Sport und Bewegung und ein gutes Stressmanagement empfehlenswert.

Bei bereits bestehender Arteriosklerose soll sich der Patient auf ebenen Wegen viel bewegen, barfuß gehen und morgens Tautreten. Dabei muss aber darauf geachtet werden, dass es zu keiner Überanstrengung kommt. Empfehlenswert sind folgende Allgemeinbehandlungen: Ganzwaschungen, ansteigende Fußbäder, Wechselfußbäder, und Kohlensäurebäder. Außerdem stehen 
eine Reihe pflanzlicher Mittel zur Verfügung.

Als Bestandteile einer gesunden Ernährung und/ oder Nahrungsergänzungsmittel sollten omega-reiche Pflanzenöle (wie Leinöl, Hanföl, Walnussöl, Chiaöl), fetter Fisch und Fischöl täglich verzehrt werden. Reichliche Ballaststoffe helfen eine gesunde Darmflora aufrechtzuerhalten und führen zu einer Senkung des Blutfettspiegels. Vitamin B12, B6 und Folsäure bauen schädliches Homocystein ab. Vitamin D zeigte sich in Studien als Schutzfaktor für die Gefäße. Es sollte zusammen mit Vitamin K2 genommen werden, um zu hohe Blutcalciumspiegel zu verhindern. Supplemente mit der Aminosäure Arginin fördern die endotheliale Funktion die Durchblutung. Auch Niacin (Vitamin B3) weitet die Gefäße und mindert Durchblutungsstörungen. Schließlich ist der Verzehr von schwefelhaltigen Pflanzen wie Knoblauch, Zwiebeln und Bärlauch ratsam. Die Schwefelkomponente wirkt entzündnungshemmend und entgiftend. Eine ähnliche Wirkung entfalten schwefelhaltige Nährstoff-Supplemente wie N-Acetylcystein und Glutathion.