Aluminium in unbeschichteten Menüschalen – Forschung zeigt hohe Freisetzung

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Caterer sind nicht nur für Festlichkeiten ein gern genutzter Dienst. Sie sind auch aus Schulen, Kindertagesstätten und vielen Betrieben nicht mehr wegzudenken. Die Anlieferung der Mahlzeiten erfolgt aber nicht immer in umweltfreundlichem Porzellan oder anderen wiederverwertbaren Materialen. Oft genug greifen die Anbieter auf unbeschichtete Aluminiumschalen zurück. So sind die Mahlzeiten bereits portioniert und können direkt herausgegeben werden. Mitunter werden sie auch gekocht und abgekühlt, um am Ziel erneut aufgewärmt zu wärmen.


Bundesamt für Risikobewertung hat Menüschalen untersucht

Ende Mai gab das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) die Ergebnisse einer Untersuchung über die Schadstoffbelastung der Aluminiumschalen bekannt. Im Rahmen einer Untersuchung hatten die Wissenschaftler die Schalen mit verschiedenen säurehaltigen Lebensmitteln, wie passierte Tomaten und Sauerkrautsaft befüllt. Wie im Alltag wurden die Schalen heiß befüllt, schnell wieder abgekühlt und erneut erhitzt. Die Untersuchung hat gezeigt, dass vor allem bei langem Warmhalten große Mengen von Aluminiumionen freigesetzt werden. Diese Aluminiumionen waren anschließend in den Lebensmitteln nachweisbar. Es zeigte sich außerdem, dass eine solche Anreicherung bereits nach zwei Stunden einen erheblichen Umfang hat.


Verbraucher werden vermutlich zu stark mit Aluminium belastet

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) warnte bereits 2008, dass die als nicht gefährlich eingestufte wöchentliche Höchstmenge von 1 mg Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht bei einem erheblichen Anteil der Bevölkerung vermutlich auch ohne direkten Kontakt zu Aluminium erreicht ist. Hintergrund ist, dass die konsumierten Lebensmittel bereits einen gewissen Anteil an Aluminium enthalten. Daraus folgt, dass der Kontakt zu Alumium möglichst reduziert werden sollte. Experten des Europarats haben zudem die Höchstmenge von Aluminium auf 5 mg pro Kilogramm Lebensmittel festgelegt. Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung des BfR liegen aber erheblich darüber.

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Abschließende Beurteilung steht noch aus

Laut BfR ist es derzeit nicht möglich, das Risiko durch unbeschichtete Aluminiumschalen abschließend zu bewerten. Ein Grund ist, dass es nur Schätzungen über die Gesamtbelastung der Verbraucher gibt. Als problematisch stuft das Institut die Aluminiumschalen dennoch ein. Die Wissenschaftler argumentieren damit, dass die Schalen ausgerechnet bei den Personengruppen zum Einsatz kommen, die als besonders empfindlich eingestuft werden müssen. Anzuraten ist hier die Verwendung anderer Materialien oder alternativ beschichtete Aluminiumschalen.


Analyse der Auswertung

In der Auswertung der Ergebnisse zeigt sich, dass alle Personen als mit Aluminium belastet angenommen werden müssen, die täglich Speisen aus unbeschichteten Aluminiumschalen zu sich nehmen. Die Experten fanden aber keinen Hinweis darauf, dass es zu unmittelbaren Beeinträchtigungen kommt. Die Aussagekraft der vorliegenden Daten wird als mittel eingestuft, weil weiterführende Ergebnisse fehlen. Gleichzeitig kommt die Untersuchung zu dem Schluss, dass die Kontrollierbarkeit durch den Verbraucher gegeben ist. Geraten wird an dieser Stelle zu Vorsichtsmaßnahmen durch den Verzicht auf die Schalen. Als problematisch stuft das Bundesamt die Tatsache ein, dass die Schalen keine Kennzeichnung aufweisen, die auf Verwendungsbeschränkungen hinweist. Ganz besonders sind hier saure Lebensmittel genannt. Außerdem weist das BfR darauf hin, dass ein Überschreiten der festgesetzten Obergrenze nicht zwingend mit gesundheitlichen Schäden zu rechnen ist. Es lägen jedoch jenseits dieser Werte keine ausreichenden Erfahrungen zu den Folgen vor. Weitere Untersuchungen befinden sich in der Vorbereitung.

Schaut man sich jedoch andere Publikationen an, so findet man immer wieder Hinweise auf die neurotoxische Wirkung von Aluminium. Auch kanzerogene Wirkungen (erhöhtes Brustkrebsrisiko durch aluminiumhaltige Deos) und mitochondriale Schäden werden diskutiert oder wurden bereits nachgewiesen. Da jedoch viele Faktoren, wie der allgemeine Gesundheitszustand, Veranlagung und weitere Umweltfaktoren eine wichtige Rolle spielen, ist es schwer genaue Grenzwerte für die schädliche Wirkung von Aluminium festzulegen. Eines ist klar: Man sollte eine unnötige Aufnahme, wie durch Aluminiumschalen, so gut es geht vermeiden.

 


Quellen:

BfR: Unbeschichtete Aluminium-Menüschalen. Erste Forschungsergebnisse zeigen hohe Freitsetzung vvon Aluminiumionen. Stellungnahme des BfR vom 29. Mai 2017 (Link zur Pdf)

Darbre: Aluminium, antiperspirants and breast cancer. J Inorg Biochem. 2005 Sep;99(9):1912-9.(Link zur Studie)

Kumar et al: Aluminium neurotoxicity: neurobehavioural and oxidative aspects. Arch Toxicol. 2009 Nov;83(11):965-78. (Link zur Studie)

 

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