Abenteuer Veganismus — Vegane Kost und was sie bewirkt

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Vegane-Ernaehrung

Irgendwann im Leben möchten wir bekannte Wege verlassen und uns öffnen — öffnen für neue Erfahrungen oder  Herausforderungen. Wir treiben zum Beispiel mehr Sport, kleiden uns neu ein, pflegen neue Hobbys und stellen unsere Ernährung um. Dies darf im Kleinen beginnen, kann aber durchaus in einer groß angelegten und nachhaltig gepflegten Lebensphilosophie münden. Da Essen und Trinken bekannterweise Leib und Seele zusammenhalten, wundert es kaum, dass nahezu jeder Richtungswechsel im Leben wohl auch mit einem gewissen Ernährungsumschwung einhergehen muss. Ganz nach dem Motto: Ändere ich meine Aktivitäten, bin ich versucht, gerade auch meine Ernährung diesem neuen Rhythmus möglichst effektiv und zeitnah anzupassen. Und genau hier machen wir die Bekanntschaft mit einem tiefgründigen Ernährungsprinzip, welches entsprungen aus dem sogenannten „Vegetarismus“, seinen Anhängern viel Lebensqualität, Ruhe und innere Kraft vermitteln will. Die Rede ist von „Veganismus“ bzw. „veganer Kost“, welche eine bestimmte achtsame Grundhaltung voraussetzt und gerne mit einer besonderen Lebens- und Ernährungsweise in Verbindung tritt.

 

Die Ursprünge der veganen Lebensweise — Am Anfang stand der Vegetarismus

So verschieden wie die Menschen sind auch ihre Geschmäcker. Schon in der Kindheit werden entscheidende Weichen hinsichtlich unserer späteren Ernährung gestellt. Was wir oft zu essen bekommen, wird von unserem Bewusstsein zunächst einmal als gute Kost eingestuft und meist zweifellos gerne verspeist. Ist es doch die Anschauung innerhalb der Familie und der näheren Umgebung, welche ein bestimmtes Wertesystem in uns reifen lässt. Dies bedeutet: wo vermehrt pflanzliche Kost zu sich genommen wird, wachsen wir — ohne dies weiter in Frage zu stellen — wahrscheinlich auch ganz ungezwungen „vegan“ auf. Das gleiche gilt für den vorwiegenden Verzehr von fleischhaltiger Kost.

Nun  kommt aber  vielleicht der berühmte Tag X, an dem sich unsere Haltung gegenüber der „lebenden“ Kost abrupt ändert. Wir sehen zum Beispiel im Fernsehen, wie ein Tier geschlachtet wird. Diese Bilder prägen sich eventuell tief im Unterbewusstsein ein, so dass wir ab jenem Moment lieber pflanzliche Kost verzehren — weil wir damit mental und psychisch besser umgehen bzw. leben können.

Ein weiterer Grund für einen plötzlichen Ernährungswechsel sind allergische Reaktionen auf bestimmte Inhaltsstoffe (zum Beispiel Eiweißallergie etc.). Nicht jede Lebensmittelallergie tritt schon seit Geburt in Erscheinung. Häufiger ist es so, dass sich gewichtige Allergieformen im Laufe der ersten Lebensjahrzehnte entwickeln und sich erst spät manifestieren.

Eine dritte Variante der bewussten Ernährungsumstellung ist der Selbstfindungsprozess. Dieser beinhaltet eine achtsame, selbtbewusste Lebensweise. Das „Ich“ steht im Vordergrund. Wir nehmen unseren Körper, auch dessen Funktionen und Reaktionen intensiv wahr und hören auf unser „Bauchgefühl“.

Für all die genannten Beweggründe hält die „vegane Ernährung“ eine natürliche, sogar vielfältige Lösung bereit.

Aus dem Vegetarismus (siehe Sonderartikel) gingen viele „Splittergruppen“ hervor. So auch jene, welche sich gezielt pflanzlich ernähren — tierische Kost sozusagen meiden oder auch gegen die Nutzung von Tieren und Tierprodukten (gilt ebenso für die Kleidung) eingestellt sind. Wie tief verwurzelt der Veganismus ist, zeigt die Tatsache, dass motivierte Veganer im gewissen Sinne ganzheitlich handeln, speisen und leben. Umweltschutz, Tierethik, Gesundheit, Klimaschutz und teils auch religiöse Ansätze bestimmen den veganen Alltag, zu dem sicherlich ein gutes Stück Selbstdisziplin gehört.

Vegan, halb vegan, ganz vegan? Wer seine Ernährung auf vegane Kost umstellen möchte, darf frei wählen, wie stark er oder sie den Veganismus in sein Alltagsleben integrieren möchte. Daraus kann eine Mischform entstehen, welche den fleischlichen Genuss nur etwas minimiert, aber sich dennoch profitabel auf unser Wohlbefinden auswirkt.

 

Vegan Society — Kennzeichnung für vegane Produkte

Die Geburtsstunde des Wortes „vegan“ ist das Jahr 1944. Just zu jenen Zeitpunkt rief ein Mann namens Donald Watson die „Vegan Society“ ins Leben. Sie gilt als Abspaltung der englischen Vegetarier-Gesellschaft. Watson machte feine Unterschiede, was das Leben als Vegetarier anging. Auch verwies er auf das englische Wort „vegetable“ (pflanzlich, Gemüse) und nicht auf den gerne herangezogenen lateinischen Begriff „vegetus“ (gleichbedeutend mit „kraftvoll, lebendig und frisch“). Watson machte keinen Hehl daraus, dass sich seiner werten Ansicht nach der Verzehr von Milchprodukten und Eiern wohl kaum für einen – wie er es nannte – „total vegetarian“ (konsequent vegetarisch lebenden Menschen) ziemte. Die logische Konsequenz: es entstanden Abstufungen und eine „Wortneuschöpfung“. Aus „vegetarian“ lösten sich der vordere sowie der hintere Teil ab und setzten sich neu zusammen. Der Begriff  „vegan“ war geboren — mit der Erklärung: „Veganismus fängt bei Vegetarismus an und führt diesen zu seinem nachvollziehbaren, klaren Ende“.

 

Veganismus— unterschieden wird in drei Hauptformen:
  • Bio-vegane Ernährung: Ausschluss von Tierhaltung (biologisch-vegane Landwirtschaft)
  • Frugane Ernährung: Obst, Nüsse und Samen bestimmen diese spezielle Variante. Es werden konsequent und nachhaltig nur Früchte verzehrt, deren Aberntung die Pflanze weder arg belastet, noch zu ihrer Zerstörung beiträgt.
  • Vegane Rohkost: Rohes Fleisch, Eier, Fisch etc. können ebenso als Rohkost gesehen werden, wie vegane Teile einer Pflanze. Diese Form des Veganismus sieht für den Verzehr ausschließlich pflanzliche Rohkost vor.

Richtig und wichtig ist die eigene Betrachtungsweise. Welches Konzept entspricht meinen persönlichen Erwartungen? Was sind meine Ziele? Möchte ich mich in Sachen Gesundheit positiv weiterentwickeln oder zum Beispiel einfach nur mein Gewicht reduzieren? Die vegane Ernährung schenkt mit ihrem sanft übergreifenden Ernährungsplan viel Raum zur experimentellen Entfaltung.

Auch die positiven gesundheitlichen Aspekte sind nicht von der Hand zu weisen. Studien zur veganen Ernährung fanden zum Beispiel heraus, dass Veganer selten mit Übergewicht, zu hohen Cholesterinwerten, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Herzerkrankungen, Osteoporose, Arteriosklerose oder Magnesiummangelerscheinungen zu kämpfen haben. Auch im sportlichen Bereich beweist sich die vegane Ernährung als durchweg vorteilhaft. Von einer teils deutliche Leistungssteigerung berichten jene Sportler, welche sich (fast) ausschließlich von Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Nüssen, Getreide und Samen ernähren.

 

Freude an veganer Kost? Probieren Sie es gerne aus!

Hilfreich für den gesunden Start in ein veganes Leben bzw. in eine vegane Ernährung ist die „vegane Ernährungspyramide“. Diese Pyramide setzt sich aus sechs Ebenen und insgesamt acht Lebensmittegruppen zusammen. Das „Zünglein an der Waage“ bilden eine geringe Energie- und eine hohe Nährstoffdichte. Lebensmittel, welche reichlich verzehrt werden dürfen, stehen im unteren Teil der Pyramide. Im oberen Teil werden Nahrungsmittel verzeichnet, auf welche wir während der veganen Ernährung besser verzichten sollten. Portionszahlen und Mengenangaben lassen sich leicht errechnen und ergeben sich meist aus dem jeweiligen Zusammenhang.

Der Gesundheit zuliebe und für ein besseres Lebensgefühl. Der Veganismus erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Ob er auch Sie zum Abenteurer macht? Finden Sie es gleich heraus!

 

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