Vitamin B1 (Thiamin) – für Nerven und Energiestoffwechsel

Vitamin B1 (Thiamin) ist wichtig für ein gesundes Nervensystem und einen guten Energiestoffwechsel.

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Vitamin-B1-Thiamin

Vitamin B1 gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen und ist auch als Thiamin bekannt. Es gehört zu den Vitaminen der B-Gruppe und spielt eine wichtige Rolle für das Nervensystem. Da dieses Vitamin vom Körper nur in geringen Mengen gespeichert und nicht selbst hergestellt werden kann, muss es regelmäßig über die Nahrung zugeführt werden. Es kommt in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln vor. Thiamin ist ein wichtiges Coenzym und sorgt unter anderem dafür, dass der Körper aus zugeführter Nahrung Energie gewinnen kann. Weiterhin unterstützt es die Reizübertragung vom Nerv auf den Muskel  und spielt somit eine wichtige Rolle für das Nervensystem.

Wird dem Körper zu wenig Vitamin B1 zugeführt, kann es zu einem Mangel kommen. Ein leichter Vitamin B1 Mangel macht sich unter anderem durch Appetitmangel oder Verdauungsstörungen bemerkbar. Depressive Verstimmungen und/oder Gedächtnisschwäche können ebenfalls Anzeichen für eine Unterversorgung sein. Bei einem schweren Mangel können Lähmungserscheinungen und Hirnfunktionsstörungen die Folge sein. Beriberi, eine Krankheit die sich durch einen Vitamin B1 Mangel zeigt, äußert sich durch Störungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Muskeln und der Nerven.


Energiestoffwechsel mit Vitamin B1

Eine wichtige Rolle spielt das Vitamin B1 beim Zucker- und Fettstoffwechsel. Als Co-Faktor der Pyruvatdehydrogenase unterstützt die Verbrennung der Kohlenhydrate. Zudem ist es an der Umwandlung Kohlenhydraten in Fett beteiligt. Thiamin ist in der Lage, Kohlenhydrate im Gehirn und den Muskeln abzubauen, und sorgt so für eine gute Energieversorgung. Da auch die Nervenzellen auf die aus Kohlenhydraten gewonnene Energie angewiesen sind, übernimmt das wasserlösliche Vitamin zudem eine wichtige Funktion für die Gedächtnisleistung.

Die Einnahme von Thiamin eignet sich gut in Kombination mit einer LOGI-Kost (spezielle Form der Low-carb-Diät). Hiervon profitieren besonders Menschen mit einer mangelnden Insulinsensitivität und einem Diabetes Typ 2. Bei den Betroffenen zeigt sich häufig eine erhöhte Laktat-Pyruvat-Ratio im Blutbild. Denn sie können Kohlenhydrate nur schlecht verarbeiten, wodurch diese durch Milchsäuregärung wenig vorteilhaft verstoffwechselt werden. Eine Reduzierung der Kohlenhydratzufuhr, kombiniert mit der Einnahme von Vitamin B1, kann die Einschleusung von Pyruvat in die Mitochondrien verbessern. Dadurch normalisiert sich der Energiestoffwechsel wieder.


Vitamin B1 für das Nervensystem

Thiamin ist an der Übertragung von Nervenimpulsen an das Gehirn beteiligt. Es sitzt in den Zellwänden von Nervensträngen und ist somit ein essentielles Vitamin für die Nerven. Liegt eine Unterversorgung mit Thiamin vor, können Nervenimpulse nicht mehr richtig weitergeleitet werden. Das Gedächtnis und die Konzentration lassen nach, es kommt zu Reizbarkeit, Appetitmangel und Müdigkeit. Um einen reibungslosen Austausch von Informationen zwischen den einzelnen Nervenzellen zu gewährleisten, benötigt der Körper eine ausreichende Menge Vitamin B1. Die Produktion von Serotonin (oder auch anderen Nervenbotenstoffen) ist ebenfalls von dem Vitamin abhängig.

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Eine spezielle fettlösliche Variante des Thiamin ist das sogenannte Benfotiamin. Es soll eine bessere Bioverfügbarkeit aufweisen und hat sich wirksam bei der (diabetischen) Polyneuropathie gezeigt. Hierbei wird es in Tagesdosen von 150 bis 300 mg eingesetzt. Zur Behandlung einer Polyneuropathie eignet sich die Kombination von 300 mg (Benfo-)Thiamin mit 600 mg alpha-Liponsäure am Tag.


Wundheilung und Kollagenaufbau

Auch beim Aufbau von Kollagen übernimmt das wasserlösliche B1 eine wichtige Rolle. Kollagen ist ein Protein, welches für den Aufbau von Geweben im Körper gebraucht wird. Fehlt dem Körper Vitamin B1, kann es zu einer verminderten Produktion von Kollagen kommen. Ein schwaches Bindegewebe und eine schlechte Wundheilung können die Folge sein.


Thiamin gegen Stechmücken?

Seit den 1960´er Jahren hält sich hartnäckig das Gerücht, Thiamin könnte Stechmücken abwehren. Wissenschaftliche Nachweise fehlen jedoch. Möglicherweise beeinflusst es die Zusammensetzung und den Geruch unseres Schweißes. Ob es sich um eine tatsächliche Wirkung des B1 handelt, probiert am besten jeder selbst aus. Die empfohlenen Tagesdosen schwanken zischen 50 und 300 mg.


Ursachen für einen gestörten Vitamin B1 Haushalt

Es gibt verschiedene Ursachen, die den Vitamin B1 Haushalt stören können. Dazu gehört unter anderem ein hoher Alkoholkonsum, der die Aufnahme des Vitamins und die Umwandlung in seine aktive Form beeinträchtigen kann. In seiner aktiven Form verbindet sich Thiamin mit Magnesium. Diese Verbindung wird als Thiaminpyrophosphat (kurz TPP) bezeichnet. In Form dieses Coenzyms spielt es eine wichtige Rolle bei der Produktion von Energie.

Eine Fehl- oder Mangelernährung zählt ebenfalls zu den Ursachen. Dazu gehört eine überwiegend protein- und kohlenhydratreiche Kost. In einigen Lebensmitteln, wie zum Beispiel Zucker, weißem Mehl und Ölen, kommt gar kein oder nur sehr wenig Thiamin vor. Wird zusätzlich schwarzer Tee in großen Mengen konsumiert, kann es schnell zu einem Mangel an Vitamin B1 kommen, da Schwarztee die Aufnahme von Thiamin hemmt.

Wird dem Körper zu wenig Folsäure zugeführt, kann auch dies Ursache für einen gestörten Vitamin B1 Haushalt sein. Folsäure fördert die Aufnahme von B1, sodass ein Folsäuremangel auch einen Thiaminmangel auslösen kann.

Da der Körper nur kleine Mengen des Vitamins speichern kann, benötigt er täglich neue Thiaminmengen. Werden diese bei einem erhöhten Bedarf nicht gedeckt, kommt es zu einem gestörten Vitamin B1 Haushalt. Ein erhöhter Bedarf besteht unter anderem bei starker körperlicher Anstrengung, bei Stress, Fieber oder Verbrennungen. Krankheiten, wie eine Schilddrüsenüberfunktion oder Erkrankungen der Leber benötigen ebenfalls eine höhere Zufuhrmenge des Vitamins.


Folgen eines Vitamin B1 Mangels

Eine Unterversorgung macht sich in erster Linie durch Gedächtnislücken, Lernstörungen und Verwirrtheit bemerkbar. Kopfschmerzen, unkontrollierte Bewegungen der Augen und ein schwankender Gang sind keine Seltenheit bei einem Mangel. Von einer Unterversorgung bleibt auch die Psyche nicht verschont, sodass es zu Veränderungen der Persönlichkeit, Depressionen und/oder Stimmungsschwankungen, sowie zu Reizbarkeit kommen kann.

Betroffen sind auch die Muskeln, wodurch sich ein Mangel in Form von schwachen Muskeln und einer allgemeinen Schwäche zeigt. Als weitere Symptome zeigen sich verschiedene Herz-Kreislauf-Beschwerden wie Kurzatmigkeit, niedriger Blutdruck und Herzklopfen.


Supplementierung

Die allgemein empfohlene Menge Thiamin für Erwachsene beträgt 1,0 – 1,3 mg pro Tag. Bei der therapeutischen Dosierung werden 10 – 300 mg Vitamin B1 täglich verabreicht. Das wasserlösliche Vitamin hat eine große therapeutische Breite. Gaben von mehr als 200 mg lösen bei einigen Patienten jedoch Schwindel aus. Hoch dosierte Mengen Thiamin haben eine schmerzlindernde Wirkung und können bei Nervenentzündungen hilfreich sein.

 

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