Schwarzkümmelöl – Anwendung & Vorteile

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Gastbeitrag von Nick G.: Natürlich und bewusst gesund leben – das ist meine Leidenschaft. Deshalb blogge ich auf Alte Hausmittel. Dort erfahren meine Leser allerlei über Haus- und andere Hilfsmittel gegen alltägliche Leiden und Wehwechen. Aber auch andere Themen liegen mir am Herzen, z.B. natürliches Entgiften, sinnvolle Nahrungsergänzungsmittel oder auch Pilates und Yoga.


Schwarzkümmelöl hat eine lange Tradition als Hausmittel

Viele Hausmittel haben eine sehr lange Tradition: Schwarzkümmelöl ist dabei keine Ausnahme. Seit tausenden von Jahren wird es in seinem ursprünglichen Anbaugebiet, Vorderasien, zur Linderung und Heilung verschiedenster gesundheitlicher Beschwerden genutzt. Und auch in unseren Breitengraden wird das Öl immer beliebter, und das zu Recht. Denn Schwarzkümmelöl hat viele natürliche Bestandteile, die der Gesundheit sehr helfen können. Im folgenden Beitrag erkläre ich, welche Vorteile Schwarzkümmelöl hat und zeige außerdem, wie man es zu Hause nutzen kann.


Reich an ungesättigten Fettsäuren

Ein großer Vorteil an Schwarzkümmelöl ist, dass es zu ungefähr 60 Prozent ungesättigte Fettsäuren enthält. Anders als gesättigte Säuren oder Transfette sind diese durchaus gesundheitsförderlich: Sie kurbeln den Stoffwechsel an, verbrennen dabei Fettpolster und tragen außerdem dazu bei, dass der schädliche LDL-Cholesterinwert im Blut sinkt.

Schwarzkümmelöl enthält dabei insbesondere Gamma-Linolensäure, die, richtig angewendet, viel Gutes tun kann, so z.B.:

  • Eine bessere Ausbildung des Nervensystems, was auch der Konzentration zugute kommt
  • Hemmung von Entzündungen, sowohl innerlich als äußerlich
  • eine bessere Durchblutung, da die Blutgefäße erweitert werden
  • Senkung des Blutdrucks
  • Regulierung bestimmter Hormone, z.B. von Prostaglandinen, die für die Blutgerinnung verantwortlich sind sowie
  • Stärkung des Immunsystems.

Weiterhin kann Gamma-Linolensäure besonders bei Neurodermitis helfen. Denn mittlerweile geht die Forschung davon aus, dass diese auch als atopisches Ekzem bekannte Krankheit in erster Linie durch einen Enzymmangel hervorgerufen wird. Dieser bewirkt, dass der Körper durch die Nahrung aufgenommene Linolensäure nicht in Gamma-Linolensäure umwandeln kann, wodurch die Barrierefähigkeit der Haut gestört ist – Neurodermitiker müssen also Gamma-Linolensäure auf direktem Wege einnehmen. Und hier ist Schwarzkümmelöl eine gute Wahl.

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Viele pflanzliche Inhaltsstoffe mit Potential

Aber auch andere Inhaltsstoffe tragen zur gesundheitsfördernden Wirkung des Öls bei. Ihren eher strengen Geschmack verdankt Schwarzkümmelöl vornehmlich ätherischen Ölen, wodurch es auch gut zum Inhalieren bei Atemwegsproblemen geeignet ist. Ein Hauptbestandteil dieser Öle ist der sekundäre Pflanzenstoff Thymochinon, und dieser hat es in sich:

  • Er fördert die Blutgerinnung und ergänzt damit die Wirkung der Gamma-Linolensäure.
  • Zusätzlich hemmt dieser Stoff Entzündungen.
  • Thymochinon wirkt außerdem antibakteriell, antiviral und pilzbekämpfend.

Außerdem enthält Schwarzkümmelöl viele Gerb- und Bitterstoffe, die z.B. bei Verdauungsproblemen helfen können, sowie weitere Nährstoffe wie Magnesium und essenzielle Aminosäuren.

Die Liste der Leiden und Wehwechen, bei denen Schwarzkümmelöl helfen kann, ist dementsprechend lang.

Innerlich eingenommen kann es so z.B. bei

  • Allergien und verwandten Krankheitsbilder wie Neurodermitis und Schuppenflechte
  • Asthma und Atemwegsproblemen wie Hustenreiz
  • bakteriellen Infektionen
  • viralen Infektionen
  • Pilzinfektionen
  • Bluthochdruck
  • Entzündungen, auch chronischen wie Rheuma
  • einem geschwächten Immunsystem sowie bei
  • Verdauungsproblemen

helfen. Äußerlich angewandt kann es zusätzlich bei Problemen wie

  • Akne
  • Ekzemen
  • Juckreiz, z.B. durch Allergien oder Neurodermitis hervorgerufen
  • Pilzerkrankungen wie Haut- und Nagelpilz
  • Schuppen in den Haaren
  • Insektenstichen
  • Falten, da das Öl schnell in die unteren Hautschichten einzieht
  • dunkle Verfärbungen der Haut oder auch
  • Verletzungen wie kleinen Schürf- oder Schnittwunden

hilfreich sein.

Schwarzkümmelöl hat also viele Vorteile. Doch wie kann man das Öl am besten anwenden?


Anwendung

Man kann Schwarzkümmelöl sowohl äußerlich als auch innerlich anwenden – bei vielen Problemen ist es auch möglich (und ratsam) beide Anwendungsformen zu kombinieren.

Für eine therapeutische Nutzung ist es eigentlich unabdinglich, kaltgepresstes (also natives) Öl zu verwenden, da beim Raffinierungsprozess viele wertvolle Inhaltsstoffe verlorengehen. Um auszuschließen, dass man verunreinigtes Öl zu sich nimmt, ist es zudem empfehlenswert, Produkte aus biologischem Anbau zu verwenden.


Innere Einnahme

Die innere Einnahme ist besonders dann vielversprechend, wenn man das Öl über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig nutzt.

Im Normalfall ist es dann ausreichend, pro Tag etwa einen Esslöffel pures Schwarzkümmelöl zu sich zu nehmen. Dies kann einmal täglich geschehen, es ist aber auch möglich, die Dosis über den Tag hinweg zu verteilen und z.B. drei Teelöffel täglich einzunehmen.

Bei Atemwegsproblemen kann es zudem hilfreich sein, das Öl zu inhalieren. Hierfür sollten normalerweise etwa 2 Esslöffel mit einem Liter Wasser verdünnt werden.

Allerdings ist der Geschmack des Öls für viele sehr gewöhnungsbedürftig und streng. Dies liegt nicht zuletzt an den ätherischen Ölen, die je nach Ernte unterschiedlich ausgeprägt sein können. Dies heißt nicht, dass das Öl ungenießbar wäre, täglich kann die Einnahme für einige aber doch zu einer Qual werden.

Als Alternative bieten sich dann Schwarzkümmelöl Kapseln an, die geschmacks- und geruchsneutral sind, den Körper aber dennoch genauso versorgen. Normalerweise beträgt die Tagesdosis hier ungefähr ein Gramm, was bei den meisten Produkten ungefähr 2 Kapseln täglich entspricht.

Zudem spricht nichts dagegen, das Öl zusätzlich in der Küche zu nutzen: Besonders als Dressing verleiht es Speisen eine gesunde Würze.


Äußere Anwendung

Bei der äußeren Anwendung wird das Öl direkt auf die Haut gegeben – entweder großflächig, z.B. bei Falten oder weit verbreiteter Akne, oder punktuell, etwa bei Insektenstichen oder Wunden. Um bei Entzündungen oder offenen Stellen die Infektionsgefahr zu minimieren, sollte dabei auf Hygiene geachtet werden und z.B. ein Wattebausch oder -stäbchen zum Auftragen genutzt werden.

Für die Hautpflege kann Schwarzkümmelöl zudem auch in Kombination mit anderen Produkten genutzt werden, so z.B. als Zusatz zu Feuchtigkeitscremes. Der zunächst etwas gewöhnungsbedürftige Geruch sollte dabei kein Problem sein, denn das Öl zieht sehr schnell in die Haut ein und verliert dabei sein Aroma.

In vielen Fällen – z.B. bei Entzündungen oder Allergien – kann es sehr hilfreich sein, Schwarzkümmelöl sowohl äußerlich als auch innerlich anzuwenden.


Fazit

Schwarzkümmelöl hat viele Vorteile, weswegen es vor allem in der Hausapotheke beliebt ist: So bietet es nicht nur Allergikern Linderung, auch Entzündungen und Infektionen können gut mit dem Öl aus Vorderasien gut bekämpft werden. Doch langfristig lohnt es sich auch im Alltag, denn seine Inhaltsstoffe wirken sich ebenfalls positiv auf Blutdruck und Cholesterinspiegel aus. Es macht also durchaus Sinn, regelmäßig zu Schwarzkümmelöl zu greifen – pur oder in Kapselform.

 


Quellen

Amin et.al: Black Cumin (Nigella sativa) and Its Active Constituent, Thymoquinone: An Overview on the Analgesic and Anti-inflammatory Effects. Planta Med. 2016 Jan;82(1-2):8-16. Epub 2015 Sep 14. (Link zur Studie)

Dehkordi et.al: Antihypertensive effect of Nigella sativa seed extract in patients with mild hypertension. Fundam Clin Pharmacol. 2008 Aug;22(4):447-52. (Link zur Studie)

Özmen et.al: Antimitotic and antibacterial effects of the Nigella sativa L. Seed. Caryologia 2007;60(3):270-272. (Link zur Studie)

Kalus et.al: Effect of Nigella sativa (black seed) on subjective feeling in patients with allergic diseases. Phytother Res. 2003 Dec;17(10):1209-14. (Link zur Studie)

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